„Tampon Tax"

Verwirrung über Preiserhöhungen bei Tampons und Binden

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Nachdem die Steuer auf Periodenprodukte gesenkt wurden, werden Tampons und Binden nun möglicherweise wieder teurer.

Gerade wurde die Mehrwertsteuer auf Binden und Tampons gesenkt, nun gibt es Berichte, dass die Preise steigen sollen. Zwei Hersteller dementieren Preiserhöhungen.

  • Die Mehrwertsteuer auf Periodenprodukte wurde Anfang 2020 gesenkt
  • Binden und Tampons kosten dadurch weniger
  • Nun gibt es Berichte, wonach Hersteller die Preise erhöhen wollen - zwei große Hersteller dementieren

Update vom 21. Januar 2020: Zwei führende Hersteller von Tampons und Binden haben Berichte über Preiserhöhungen im Umfeld der Steuersenkung für Menstruationsprodukte zurückgewiesen. Der Konzern „Johnson & Johnson“, zu dessen Produkten die ob-Tampons gehören, betonte: „Wir haben unsere Preise nicht erhöht und werden im Zusammenhang mit der Steuersenkung unsere Tampon-Preise nicht erhöhen.“

Der Wettbewerber Procter & Gamble, zu dem die Marke Always gehört, erklärte ebenfalls, es werde „in diesem Zusammenhang keine Preiserhöhungen gegenüber dem Handel geben“. Auch in den letzten Monaten vor der Mehrwertsteuerumstellung habe das Unternehmen keine Änderungen der Preise für seine Menstruationsprodukte vorgenommen.

Handelsketten wie dm, Rewe und Penny betonten, es sei keine Erhöhung der erst vor wenigen Wochen im Zuge der Mehrwertsteuersenkung gesenkten Preise für Menstruationsprodukte geplant.

Binden und Tampons: Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte gesenkt

Zum Jahreswechsel war die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte von 19 auf 7 Prozent gesenkt worden, was die Produkte günstiger machte. Die „Lebensmittel Zeitung“ und andere Medien hatten jedoch in den vergangenen Tagen berichtet, mehrere Hersteller von Tampons und Binden wollten offenbar nach der Steuersenkung ihre Abgabepreise für den Handel deutlich erhöhen.

Erstmeldung vom 20. Januar 2020: Zu einem Politikum waren sie geworden, die 19 Prozent Mehrwertsteuer, die bis Anfang 2020 in Deutschland auf Produkte für Monatshygiene erhoben wurden. Tampons, Binden und Menstruationstassen wurden besteuert wie sogenannte Luxusgüter, während beispielsweise für Trüffel oder Schnittblumen nur sieben Prozent fällig wurden. So viel Mehrwertsteuer wird auf Güter des täglichen Bedarfs erhoben. Ungerecht, wie Viele meinten, wer menstruiert hat schließlich kaum eine andere Wahl, als während der Periode Hygieneprodukte zu nutzen. 

Mehrwertsteuer auf Tampons und Binden sinkt, Preise steigen

Hunderttausende unterschrieben Petitionen, in denen gefordert wurde, die sogenannte „Tampon Tax“ zu senken. Schließlich schaffte es das Thema auch in den Bundestag und Bundesfinanzminister Olaf Scholz kündigte im Oktober 2019 an, die Mehrwertsteuer auf Monatshygieneprodukte ab 2020 auf sieben Prozent zu senken. 

Es war ein schöner Monat für alle, die von der daraus resultierenden Preissenkung im Handel profitierten. Denn Medienberichten zufolge wollen Hersteller die Preise für Tampons und Binden nun anheben. Von einem „zweistelligen Prozentbetrag“ sei in der Branche die Rede, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. 

Tampons und Binden: Hersteller erhöhen wohl Preise

Explizit genannt werde dabei der US-amerikanische Konzern „Johnson & Johnson“, zu dessen Marken „o.b.“-Tampons und „Carefree“-Binden gehören. Der Grund für die höheren Preise sei nicht die Steuersenkung, sondern die verbesserte Qualität der Produkte. Ein Schelm, wer Böses denkt. Zum Beispiel, dass die „geschenkten“ 12 Prozent des Kaufpreises dann eben direkt zu den Konzernen wandern.

Im Internet äußern Nutzer und Nutzerinnen ihre Wut - aber nicht nur dort sorgt die geplante Preiserhöhung für Unverständnis. Laut „Tagesspiegel“ bestätigte die Supermarktkette „Kaufland“ dem Blatt, dass man Preiserhöhungen für Monatshygieneprodukte erhalten habe. Die höheren Forderungen der Lieferanten könne man nicht nachvollziehen und wolle diese auch nicht akzeptieren. Es sei nicht bekannt, dass die Preise auf Rohstoffe erhöht wurden. Auch die „Lebensmittelzeitung“ berichtet von geplanten Preissteigerungen.

Periode: Steuersenkung sollte beim Kauf von Binden und Tampons entlasten 

Zwei große Hersteller wollten sich nicht dazu äußern. Die Herstellerabgabepreise seien laut „Johnson & Johnson“ „zum Jahreswechsel“ nicht angehoben worden. Konkurrent „Procter & Gamble“, zu dem unter anderem die Marke „Always“ gehört, sagte laut „Tagesspiegel“, man habe nicht vor „im Zusammenhang mit der Steuersenkung“ die Preise zu erhöhen. Auf die Frage, ob die Hersteller denn nun höhere Preise fordern, antworteten beide Konzerne demnach nicht.

Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes sollte Frauen während ihrer Periode unter anderem finanziell entlasten. Laut einer Umfrage der britischen „Huffington Post“ geben Frauen rund 20.000 Euro im Laufe ihres Lebens für ihre Periode aus. Außerdem sollte mit dem Angleichen des Steuersatzes ein Zeichen dafür gesetzt werden, dass es sich bei der Menstruationsprodukten nicht um Luxus handelt - sondern um Notwendigkeiten.

agr/dpa

Zugang zu Menstruationsprodukten ist für Frauen in vielen Ländern nicht gegeben. In Deutschland zahlen Frauen für Hygieneartikel bis 2020 den Luxussteuersatz. Eine Petition will, dass sich das ändert.

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