Erfolg für Naturschützer

Rodung gestoppt: Tesla darf keine weiteren Bäume für Gigafactory „plattmachen“

Tesla
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Das schon teilweise gerodete Waldgebiet auf dem künftigen Gelände der Tesla Gigafactory. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Tesla darf für den Bau seines neuen E-Auto-Werks in Grünheide keine weiteren Flächen roden. Für Naturschützer ist das ein Erfolg.

Berlin - Der US-Elektroautobauer Tesla muss die Waldrodung für den Bau seiner Fabrik in Grünheide bei Berlin vorerst auf Eis legen. Laut Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg darf Tesla bestimmte Randbereiche von Flächen wegen des Artenschutzes von Zauneidechsen nicht roden. Für den Naturschutzbund (Nabu) (*FR berichtete) und die Grüne Liga Brandenburg ist das ein Erfolg.

Tesla E-Auto-Werk: Fehlende Sicherheitsleistungen bremsen Bau

Der Nabu pocht darauf, auf eine weitere Rodung in dem Gebiet für die Gigafabrik zu verzichten. Die Rodung ist aktuell auch deshalb ausgebremst, weil Tesla eine notwendige Sicherheitsleistung* für mögliche Rückbaukosten bislang nicht erbracht hat.

Das US-amerikanische Unternehmen will seine erste europäische E-Auto-Fabrik im brandenburgischen Grünheide ab Sommer 2021 in Betrieb nehmen. In dem E-Auto-Werk in Grünheide sollen in einer ersten Phase rund 500.000 Fahrzeuge produziert werden. Doch dafür fehlen Tesla noch einige vorläufige Zulassungen.

Wann es zu einer Entscheidung über die noch fehlende Genehmigung kommt*, ist offen. Das Brandenburger Landesumweltamt werte nach Angaben der Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, eine Anhörung von Naturschützern und Anwohnern aus. Anträge, Argumente sowie Stellungnahmen von Behörden werden ebenfalls geprüft. Es sei möglich, dass diese Angelegenheit im Januar geklärt sei, sagt Minister Axel Vogel (Grüne). Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) erklärte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass er mit einer Entscheidung zum Jahresbeginn 2021 rechnet.

Tesla: Rodung gefährdet geschützte Arten

Viele Naturschützer und Anwohner sorgen sich um mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt. Deshalb will der Nabu Brandenburg, dass Tesla auf weitere Rodungen für seine Bauarbeiten verzichtet. „Tesla müsste intensiv darüber nachdenken, ob sie nicht darauf verzichten können, die Flächen zu roden“, sagte Landesgeschäftsführerin Christiane Schröder.„Muss da wirklich alles plattgemacht werden?“, betonte sie. Auch der Landesgeschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg, Michael Ganschow, fordert mehr Rücksicht und Nachbesserung beim Artenschutz.

Das Oberverwaltungsgericht hatte entschieden, dass das Fällen in Randbereichen der angedachten Flächen untersagt - insbesondere jene, die parallel zu Gleisanlagen verlaufen. Die Rodungsarbeiten würden die dort überwinternden Zauneidechsen gefährden. Sie wären von Tesla zwar bereits eingesammelt und umgesetzt worden, jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem schon erwachsene männliche Zauneidechsen in ihrem Winterquartier waren.

Durch die Rodung könnte das Tötungsverbot für die geschützten Zauneidechsen und Schlingnattern gefährdet werden.

Tesla muss die geforderte Sicherheitsleistung für mögliche Rückbaukosten von 100 Millionen Euro bis zum 4. Januar zahlen. Andernfalls wäre die Genehmigung für die Rodung und den Maschinen-Einbau ungültig.*FR.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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