Krasser Fall in Berlin

Tote Mutter jahrelang im Keller versteckt - wegen der Rente?

Nach dem Tod der Mutter offenbar weiter die Rente kassiert. Gegen den 57-Jährigen wird nun wegen mutmaßlichen Leistungsbetrugs ermittelt. Symbolbild: Jens Kalaene Foto: Jens Kalaene
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Nach dem Tod der Mutter offenbar weiter die Rente kassiert. Gegen den 57-Jährigen wird nun wegen mutmaßlichen Leistungsbetrugs ermittelt. Symbolbild: Jens Kalaene Foto: Jens Kalaene

Die Holzkiste im Keller eines Berliner Mietshauses bleibt lange unbemerkt. Doch dann entdeckt die Polizei dort eine Leiche. Steckt ein Betrugsfall dahinter?

Berlin (dpa) - In einem Berliner Mietshaus hat ein Mann seine tote Mutter mehr als zwei Jahren lang in einem selbstgezimmerten Brettersarg verborgen - vermutlich um ihre Rente zu kassieren. Die Staatsanwaltschaft prüfe den Verdacht des Leistungsbetrugs, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Die Polizei hatte eine entsprechende Strafanzeige gestellt. Der 57-Jährige habe eingeräumt, die Tote versteckt zu haben, sagte eine Sprecherin. Zuvor hatten «Bild» und «B.Z.» darüber berichtet.

Die 85-Jährige starb nach bisherigen Erkenntnissen im Frühjahr 2017 eines natürlichen Todes. «Es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden», sagte der Staatsanwaltschaftssprecher. Der Sohn habe die alte Frau nicht bestatten lassen, sondern in der selbstgebauten Kiste in seinen Kellerverschlag geschafft, so die Polizei. Dies sei, «so makaber das klingen mag», lediglich eine Ordnungswidrigkeit: In Deutschland müssten Tote bestattet werden.

Laut Staatsanwaltschaft und Polizei flog das Versteck bei einem Polizeieinsatz in dem Haus auf. Dabei sei aufgefallen, dass die Frau in der Wohnung des 57-Jährigen zwar gemeldet war, aber nicht angetroffen wurde. Der Sohn habe sich bei seinen Antworten in Widersprüche verstrickt und dann das Versteck im Keller zugegeben. Der Mann wurde nach der Entdeckung der Leiche zunächst festgenommen, kam dann aber wieder auf freien Fuß.

Es bleiben Fragen: Warum bemerkte niemand Leichengeruch? Wie kam die Bretterkiste in den Keller? Die «B.Z.» schreibt, der Sohn soll den Sarg aufrecht stehend mit Bauschaum an einer Wand fixiert und mit Nitroverdünner gegen den Geruch überschüttet haben.

In einem anderen Berliner Fall ging es beim Verstecken einer Leiche ebenfalls darum, die Rente zu kassieren. Ein Berliner Trödelhändler war im April 2018 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Laut Urteil hatte er den einsamen Rentner erschossen - und die Leiche zerstückelt jahrelang in einer Tiefkühltruhe verborgen, um die Rente von monatlich 2000 Euro zu kassieren.

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