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47-Jähriger stirbt in Mannheim nach Kontrolle: Ermittlungen gegen zwei Polizisten - Zeigen Videos den Vorfall?

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Von: Patrick Mayer, Christoph Gschoßmann

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Ein Mann verstirbt in Mannheim nach einer Polizeikontrolle. Demonstranten machen schwere Anschuldigungen. Das LKA Baden-Württemberg ermittelt.

Update vom 5. Mai, 11.45 Uhr: Viele Fragen sind nach dem Tod eines Mannes nach einem Polizeieinsatz in Mannheim noch offen. Die Polizei wird in den sozialen Medien angefeindet. Der Mannheimer Polizeipräsidenten Siegfried Kollmar verurteilt die Anfeindungen auf andere Polizisten scharf. Auf der Pressekonferenz am Mittwochabend nennt Kollmar Beispiele dafür.

Update vom 4. Mai, 17.39 Uhr: An der Leiche eines nach einer Polizeikontrolle in Mannheim gestorbenen Mannes sind nach Angaben des baden-württembergischen Landeskriminalamtes (LKA) Spuren stumpfer Gewalt festgestellt worden. Diese seien aber „von geringer Intensität gewesen“, sagte LKA-Präsident Andreas Stenger am Mittwoch. Es sei unklar, ob der 47-Jährige eines gewaltsamen oder eines natürlichen Todes gestorben sei. Der Mann habe auch eine Herzinsuffizienz gehabt.

Der 47-Jährige war am vergangenen Montag nach dem Zusammenbruch zunächst wiederbelebt worden, später aber im Krankenhaus gestorben. Zuvor soll er sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft gewehrt haben. Auch Mannheim24.de berichtet über den Todesfall. Gegen die beiden beteiligten Polizisten wird inzwischen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt mit Todesfolge ermittelt. Sie sind nach Angaben des Mannheimer Polizeipräsidenten Siegfried Kollmar vom Dienst suspendiert.

Die beiden beteiligten Beamten haben sich laut Staatsanwaltschaft noch nicht zum Ablauf geäußert. Sie seien seines Wissens bislang auch nicht auffällig geworden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Mannheim, Romeo Schüssler, am Mittwoch in Mannheim. Gegen die beiden Polizisten wird wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt mit Todesfolge ermittelt. Sie sind nach Angaben des Mannheimer Polizeipräsidenten Siegfried Kollmar vom Dienst suspendiert.

47-Jähriger stirbt in Mannheim nach Polizei-Kontrolle: Demonstranten mit heftigen Vorwürfen

Update vom 3. Mai, 20 Uhr: Nach dem Tod eines 47-jährigen Mannes bei einer Polizeikontrolle in Mannheim (siehe Erstmeldung) haben mehrere Hundert Menschen am Dienstagabend gegen Polizeigewalt demonstriert - in Mannheim und Heidelberg. Auf dem Mannheimer Marktplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers etwa 150 Menschen, die Kundgebung sei zunächst friedlich verlaufen. Kurz nach Beginn der Kundgebung gegen Polizeigewalt in Heidelberg am Bismarckplatz sprach eine Polizeisprecherin vor etwa 220 Teilnehmern. Im Laufe des Abends sei zudem ein Protestzug durch die Stadt geplant. Auf einem der Plakate stand etwa: „Ihr sollt helfen, nicht verprügeln. Wir fordern Aufklärung!“

Das Plakat einer Demonstrantin in Mannheim. Nach dem Tod eines Mannes bei einer Polizeikontrolle gingen Hunderte Menschen auf die Straße.
Das Plakat einer Demonstrantin in Mannheim. Nach dem Tod eines Mannes bei einer Polizeikontrolle gingen Hunderte Menschen auf die Straße. © René Priebe/dpa

Die Todesursache des Mannes, der mitten auf einem Gehsteig kollabierte, blieb zunächst unklar. Die Obduktion ist für Mittwoch (04. Mai) vorgesehen. Erste Ergebnisse sollen Ende der Woche vorliegen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden beteiligten Beamten wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Amt.

47-Jähriger stirbt in Mannheim: Demonstranten erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei

Update vom 3. Mai, 10.45 Uhr: Der Tod eines Mannes in der Mannheimer Innenstadt polarisiert die Großstadt in der Kurpfalz mit ihren mehr als 300.000 Einwohnern. Nachdem eine Polizeistreife laut der Staatsanwaltschaft Mannheim und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg „unmittelbaren Zwang angewandt“ hatte, kollabierte ein 47-jähriger Mann mitten auf einem Gehsteig. Er verstarb wenig später in einem Krankenhaus.

Bei dem Mann soll es sich um einen Patienten des Zentralinstituts für seelische Gesundheit Mannheim (ZI) handeln. Ein Arzt hatte die Polizei über einen hilfsbedürftigen Patienten informiert. Der Vorfall in Mannheim soll nun aufgeklärt werden. Wie das Ippen-Portal mannheim24.de berichtet, sollen bei Social Media kursierende Videos zeigen, wie der Mann angeblich von einem Polizisten geschlagen wird.

Die Spurensicherung arbeitet am Tatort in Mannheim, an dem ein Mann nach einer Polizeikontrolle gestorben ist.
Die Spurensicherung arbeitet am Tatort in Mannheim, an dem ein Mann nach einer Polizeikontrolle gestorben ist. © René Priebe/dpa

Bei einer offenbar spontanen Demonstration erhoben Bürger laut dem Bericht schwere Anschuldigungen gegen die Polizei. An dem mutmaßlichen Tatort legten etliche Menschen Blumen nieder. Zudem wurde ein Plakat angebracht, auf dem stand: „Und schon wieder ein toter Migrant durch die Polizei … Ruhe in Frieden“. In Großbuchstaben stand zudem dabei: „KEIN EINZELFALL.“

Mehrere Personen mit Migrationshintergrund hatten auch Kinder vor Ort mitgebracht, die Transparente hochhielten. Auf einem stand geschrieben: „Nieder mit der rassistischen Polizeigewalt!“ Was ist an den Vorwürfen dran? Handelten die Polizisten falsch? Das LKA Baden-Württemberg hat nun die Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen, der bundesweit für Aufsehen sorgt.

Toter Mann in Mannheim: Patient stirbt nach Polizeieinsatz in Innenstadt

Erstmeldung vom 2. Mai: Mannheim/München - Er wehrte sich gegen eine Polizeikontrolle - kurz darauf war ein Mann in Mannheim tot. Die Leiche des Mannes wurde für weitere Untersuchungen beschlagnahmt, wie die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilten.

Was war passiert? Den Angaben zufolge hatten zwei Beamte den 47-Jährigen am Montag gegen Mittag in der Nähe des Marktplatzes überprüft. Gegen die Kontrolle habe er sich zur Wehr gesetzt. Erfolglos, denn er sei von den Polizisten überwältigt worden. Plötzlich sei der Mann daraufhin kollabiert. Er habe wiederbelebt werden müssen. Doch er starb kurz darauf im Krankenhaus.

Die Spurensicherung arbeitet am Tatort in Mannheim, an dem ein Mann nach einer Polizeikontrolle gestorben ist.
Die Spurensicherung arbeitet am Tatort in Mannheim, an dem ein Mann nach einer Polizeikontrolle gestorben ist. © René Priebe/dpa

Viele Details gab es über das genaue Geschehen zunächst nicht. Doch es war offenbar keine zufällige Polizeikontrolle. Wie die Behörden mitteilten, hatte ein Arzt des Zentralinstituts für seelische Gesundheit Mannheim die Polizei über den 47-jährigen – einen Patienten – informiert. Dieser bedürfe Hilfe. Die beiden Beamten und der Arzt machten sich daraufhin auf die Suche nach dem Mann, bis sie ihn in der Innenstadt entdeckten.

Mannheim: Polizeibeamte wenden „unmittelbaren Zwang“ an

Offenbar gingen die Beamten sofort hart gegen den Mann vor: Bei der Kontrolle hätten die Beamten unmittelbaren Zwang angewandt, hieß es. Details dazu nannten Staatsanwaltschaft und LKA nicht. Ein LKA-Sprecher war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen. Es existieren Videos auf Twitter, die wohl die Festnahme des Mannes zeigen. Auf diesen ist zu sehen, dass die Beamten den Mann mit äußerster Gewalt auf dem Boden festhalten. Es sind Schreie des Mannes zu hören und es ist zu sehen, wie die Polizisten auf ihn einprügeln.

Warum der Mann plötzlich zusammenbrach, war nach ersten Erkenntnissen unklar. Die Beamten und der Arzt begannen sofort mit Erster Hilfe. „Herbeigerufene Rettungskräfte versorgten den Bewusstlosen und brachten ihn in die Universitätsklinik Mannheim“, hieß es weiter. Das LKA hat die Ermittlungen – insbesondere zum Verlauf des Polizeieinsatzes – übernommen. (cg mit dpa)

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