Fall sorgte für Entsetzen

Brutale Attacke auf Frau (26): Prozess gegen Berliner U-Bahn-Treter beginnt

Auf dem Fahndungsvideo ist zur erkennen: Die Frau wurde in den Rücken getreten.
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Auf dem Fahndungsvideo ist zur erkennen: Die Frau wurde in den Rücken getreten.

Der 28-Jährige hatte eine 26-Jährige Frau im vergangenen Oktober in Berlin brutal eine Treppe hinuntergestoßen. Jetzt muss er sich vor dem Berliner Landgericht verantworten. 

Update vom 6. Juni 2017: Der mutmaßliche Berliner U-Bahn-Treter war einem psychiatrischen Gutachten zufolge mit großer Wahrscheinlichkeit nicht voll schuldfähig.

Knapp acht Monate nach der Gewaltattacke gegen eine Frau auf einer Berliner U-Bahn-Treppe beginnt am Donnerstag (12.00 Uhr) der Prozess gegen den mutmaßlichen Angreifer. Der 28-Jährige muss sich am Landgericht der Hauptstadt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Dem mutmaßlichen U-Bahn-Treter wird vorgeworfen, eine arglose Passantin mit einem wuchtigen Tritt in den Rücken eine Betontreppe hinabgestürzt zu haben. Der Angriff vom U-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln hatte bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst.

Bis zu zehn Jahre Haft droht

Zu der Tat kam es laut Gericht in einer Nacht Ende Oktober 2016. Die damals 26-Jährige erlitt einen Armbruch und eine Kopfverletzung. Die Frau tritt nun in dem Prozess als Nebenklägerin auf. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angriff das Potenzial hatte, „ihr Leben zu gefährden“. Videokameras hatten das Geschehen dokumentiert. Bei einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung droht eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Der mutmaßliche Angreifer war nach der Gewaltattacke zunächst untergetaucht und mit Haftbefehl gesucht worden. Während viele den Mann noch in seiner bulgarischen Heimat vermuteten, wurde er kurz vor Weihnachten in Berlin gefasst, als er auf dem Zentralen Omnibusbahnhof aus Südfrankreich ankam. Bewegung in den Fall war erst gekommen, nachdem die Polizei nach wochenlangen Ermittlungen Bilder aus Videokameras veröffentlicht hatte.

Angeklagter auch wegen Exhibitionismus angeklagt

Der Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, muss sich zudem wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten. Zwei Wochen vor der mutmaßlichen Attacke im U-Bahnhof soll sich der Verdächtige am helllichten Tag auf einem Parkplatz im Stadtteil Reinickendorf vor zwei Frauen entblößt und sich selbst befriedigt haben, 35 Minuten später habe er dies in einer Grünanlage vor einer Zeugin wiederholt.

Der Angeklagte ist nach Angaben von Ermittlern in Deutschland nicht vorbestraft. In seinem Heimatland soll er bei Polizei und Justiz mehrfach aufgefallen sein - unter anderem wegen Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein. Den Angriff auf dem U-Bahnhof soll der 28-Jährige gegenüber den Ermittlern zugegeben haben.

dpa

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