Amoklauf in Florida

Überlebende des Schulmassakers kämpfen gegen laxe US-Waffengesetze

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Eines der 17 Gedenkkreuze für die Opfer des Massakers an einer Schule ist am frühen Morgen vom Nebel umhüllt.

Nach dem Schulmassaker in Florida wollen überlebende Schüler  am 24. März in Washington für schärfere Waffengesetze demonstrieren.

Florida - Es soll ein Wendepunkt in der festgefahrenen Debatte um die laxen US-Waffengesetze werden: Mit einem "Marsch für unsere Leben" wollen überlebende Schüler des Massakers an einer High School in Florida am 24. März in Washington für schärfere Waffengesetze demonstrieren. Die Kundgebung richtet sich insbesondere gegen den großen Einfluss der Waffenlobby NRA. Die Pflegeeltern des Todesschützen erklärten derweil, sie hätten keine Ahnung von der Gewalttätigkeit des 19-Jährigen gehabt.

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Der frühere Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Nikolas Cruz, hatte am Mittwoch mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen an der Schule getötet. Wie die Schüler der High School am Sonntag (Ortszeit) dem Fernsehsender ABC sagten, sind neben dem Marsch auf Washington im März auch Kundgebungen in anderen Teilen des Landes geplant.

"Die Leute fragen uns, was nach der Schießerei an der Stoneman-Douglas-Schule anders sein wird", sagte der Schüler Cameron Kasky. "Dies ist schon vorher passiert, und es hat sich nichts geändert", sagte er. "Das ist es, wir werden gemeinsam als Schüler protestieren und um unser Leben flehen."

Es gehe weder gegen die Republikaner noch gegen die Demokraten, sagte Kasky. Jeder Politiker, der Spendengelder von der National Rifle Association (NRA) annehme, "ist für solche Ereignisse verantwortlich", sagte er mit Blick auf das Massaker vom Mittwoch. Kasky beschuldigte die NRA, "Waffenkult zu fördern und zu bewerben". Er und seine Mitschüler wollten hingegen eine "neue Normalität" schaffen, in der die Annahme von Spenden der Waffenlobby durch Politiker ein "Schandfleck" sei.

Unter den Schülern, die zu den Protesten aufriefen, war auch Emma Gonzalez. Die 18-Jährige hatte am Samstag in einer Wutrede den Umgang von US-Präsident Donald Trump mit Waffengewalt verurteilt. "Schämen Sie sich", hatte sie bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale gerufen und die Nähe Trumps zur Waffenlobby kritisiert. Das Schulmassaker von Florida müsse "die letzte Massenschießerei" gewesen sein, forderte sie.

Am Mittwoch wollen Gonzales und andere Schüler der betroffenen High School an einer landesweit übertragenen Debatte im Sender CNN teilnehmen. Floridas republikanischer Senator Marco Rubio, der wegen der Annahme von Millionen von Dollar an Spendengeldern von der Waffenlobby kritisiert wird, kündigte seine Teilnahme an der Diskussion an. Ebenfalls am Mittwoch will sich Trump mit Schülern und Lehrern treffen, um diesen "zuzuhören", wie das Weiße Haus mitteilte.

Trump lehnt schärfere Waffengesetze ab. Nach dem Massaker in Parkland hatte er einen besseren Schutz von Schulen angemahnt, sich aber nicht zur weiten Verbreitung von Schusswaffen und zum Waffenrecht in den USA geäußert. Stattdessen kritisierte er via Twitter die US-Bundespolizei FBI. Die Behörde verwende zu viel Zeit auf die Untersuchung der Russland-Affäre und solle zum "Wesentlichen" zurückkehren. Das FBI hatte Versäumnisse im Vorfeld des Massakers eingeräumt.

In den USA wird die Diskussion über schärfere Waffengesetze nach jeder tödlichen Schießerei neu entfacht, der Kongress scheitert jedoch regelmäßig mit gesetzlichen Änderungen.

Das Ehepaar, das den Todesschützen von Florida bei sich zu Hause aufnahm, bezeichnete den 19-Jährigen unterdessen in einem Interview als verschroben, aber liebenswürdig. Sie hätten keine Ahnung gehabt, dass "ein Monster unter unserem Dach wohnt", sagte Kimberley Snead aus Parkland der Zeitung "Florida Sun Sentinel" vom Sonntag. Cruz sei wegen des Todes seiner Adoptivmutter deprimiert gewesen.

AFP

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