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Durchbruch in den USA: Erste Frau offenbar von HIV geheilt

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Von: Alina Schröder

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Forschende aus den USA gelingt wohl ein Durchbruch in der HIV-Behandlung: Eine erkrankte Frau gilt dank einer speziellen Therapie sogar als doppelt geheilt.

New York – In den USA* ist es amerikanischen Ärztinnen und Ärzten scheinbar gelungen, eine Frau zu heilen, die an HIV und Krebs erkrankt war. Sie ist demnach eine von nur wenigen Fällen, bei denen eine HIV-Erkrankung* mithilfe einer speziellen Therapie womöglich besiegt werden konnte.

Wie der Fernsehsender NBC berichtet, setzte das Forschungsteam auf eine hochmoderne Stammzellentransplantationsmethode. Carl Dieffenbach, Direktor der Abteilung für AIDS am National Institute of Allergy and Infectious Diseases, erklärte, dass die Anhäufung von Erfolgen bei der Heilung von HIV, einen Grund zur Hoffnung gibt.

USA: Spezielle Stammzellentherapie heilt Frau wohl von HIV

Im Jahr 2013 wurde der Frau HIV und 2017 schließlich Leukämie diagnostiziert. Die Behandlung fand schließlich im Jahr 2018 unter der Führung von Dr. Yvonne J. Bryson, einer Spezialistin für Infektionskrankheiten an der David Geffen School of Medicine der University of California in Los Angeles, statt.

Um die aus Lateinamerika stammende Frau von HIV zu heilen, wurde ein neues Verfahren angewandt, an deren Studie insgesamt zehn Forschungsinstitute und Universitäten aus den USA beteiligt waren. Im Gegensatz zu vorherigen Versuchen wurde diesmal eine sogenannte „Haplo-/ Nabelschnurtransplantation“ durchgeführt. Diese besteht zum einen aus Stammzellen eines nahen Verwandten der Patientin und zum anderen aus der Nabelschnur eines Säuglings.

Die Säuglingsstammzellen enthielten ein natürlich vorkommendes, aber seltenes Gen-Merkmal. Dieses ist in der Lage Menschen gegen das HI-Virus resistent zu machen. Dieses Verfahren führte zum Erfolg bei der Behandlung der Frau, die als „New York Patientin“ bezeichnet wurde, da sie ihre Therapie in einem Medial Center in New York bekam. Bis heute sei das Virus nicht wieder aufgetreten. „Die Viruskonzentration in ihrem Blut war [...] nicht nachweisbar“, sagte Forscherin Yvonne J. Bryson bei der Vorstellung der Ergebnisse auf einer Konferenz. Auch sei ihre Leukämie seit mehr als vier Jahren in Remission.

HIV und Krebs: Frau aus den USA gilt dank Stammzellentherapie als geheilt

Das beteiligte Forscherteam bemühe sich bereits seit langem, optimale Spenderinnen und Spender zu finden, die sowohl krebsheilende als auch HIV-besiegende Stammzellen besitzen. Genetisch gesehen kämen besonders Menschen nordeuropäischer Abstammung dafür infrage.

Schon im Jahr 2009 verkündeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstmals, dass ein an HIV-erkrankter Mann, womöglich durch eine Transplantation von HIV-resistenten Stammzellen geheilt wurde. Er war als „Berliner Patient“ bekannt, starb allerdings später an seiner Krebserkrankung. Das Verfahren fand seitdem auch in weiteren Behandlungen Anwendung: Ein Mann aus Düsseldorf soll sich seit seiner Transplantation im Jahr 2019 in einer HIV-Remission befinden, gelte allerdings noch nicht als vollständig geheilt.

Der neue Fall gebe zwar Grund zur Hoffnung, sei aber von einer Standardtherapie noch weit entfernt. „Eine Knochenmarktransplantation ist keine praktikable massentaugliche Strategie zur Heilung von HIV“, sagte Sharon Lewin, Präsident der internationalen AIDS-Gesellschaft der Washington Post. Jedoch stelle sie einen Meilenstein dar und zeige, dass HIV geheilt werden kann. (Alina Schröder)

In den Niederlanden wurde erst vor Kurzem eine bislang unbekannte HIV-Variante entdeckt. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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