Tod aus den Tropen

Tödliches Usutu-Virus breitet sich aus - jetzt sind drei weitere Regionen betroffen

Das für Vögel tödliche „Usutu-Virus“ hat jetzt auch Bremen Hamburg und Bayern erreicht - Experten schlagen Alarm und bitten um Mithilfe
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Experten sind in Sorge: Auch Spatzen und Stare sterben durch das tödliche Usutu-Virus.

Große Sorge bei den Experten: Das tropische und für Vögel tödliche „Usutu-Virus“ erreichte in diesem Jahr erstmals auch Bremen, Hamburg und Bayern. Kommt jetzt das große Vogel-Sterben in Deutschland?

Bremen - Erstmals trat das für Vögel tödliche „Usutu-Virus“ im Jahr 2011 auf. Doch nun breitet sich der Erreger, der insbesondere im Spätsommer von Stechmücken auf Vögel übertragen wird, in Deutschland aus. Das Vogelsterben war bisher auf wärmere Regionen entlang des Rheintals und am Untermain beschränkt. Erstmals hat das sogenannte „Amsel-Sterben“ auch Bremen, Hamburg und Bayern erreicht. Experten schlagen jetzt Alarm und bitten die Bevölkerung um Mithilfe.

Tödliches Usutu-Virus: Jetzt sind auch Bremen, Hamburg und Bayern betroffen

Experten sind in Sorge: Auch Spatzen und Stare sterben durch das tödliche Usutu-Virus.

Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin teilte mit, dass im bundesweiten Vergleich mit zwölf Nachweisen bislang die meisten Vögel in Hamburg dem tropischen Erreger zum Opfer fielen. Je zwei Nachweise des tödlichen Usutu-Virus gibt es demnach in Bremen und Bayern. Insgesamt fanden Spezialisten das Virus bisher in 43 von 132 untersuchten Vogelkadavern. Ein alarmierendes Ergebnis.

Doch das ist nur der Anfang: Experte Lühken rechnet in diesem Jahr mit dem Tod mehrerer tausend Amseln in Deutschland durch das tödliche Usutu-Virus. Rund 1500 Verdachtsfälle wurden dem Naturschutzbund (NABU) bisher gemeldet - deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. 

Tödliches Usutu-Virus: Daran sind kranke Tiere zu erkennen

Doch wie konnte sich das Virus so weit ausbreiten, dass es nun auch Bremen, Hamburg und Bayern erreicht hat? Übertragen wird der Erreger von Stechmücken, womit die Krankheit auf die warme Jahreszeit beschränkt ist. Das anhaltend warme Wetter in diesem Jahr schafft wahrscheinlich optimale Bedingungen für die Verbreitung des „Amsel-Sterbens“.

„Ich gehe davon aus, dass der warme Sommer die Ausbreitung des ursprünglich exotischen Virus begünstigt hat“, teilt Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg mit. Infizierte Vögel wirken krank und apathisch, bis sie nach einigen Tagen sterben. 

Das sollten Sie tun, wenn Sie einen toten oder kranken Vogel finden

Aufgeplustert und apathisch: So sieht eine vom tödlichen Usutu-Virus befallene Amsel aus

Um das tödliche Usut-Virus weiter erforschen zu können, bitten die Experten um Mithilfe aus der Bevölkerung: Wer tote Vögel findet, sollte sie idealerweise zu Untersuchungszwecken an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg schicken. Eine Anleitung mit der genauen Vorgehensweise ist auf der Seite des NABU zu finden. 

Wer ein erkranktes Tier gefunden hat oder keinen toten Vogel einschicken möchte, wird gebeten, Fotos vom Tier zu machen und es anschließend über ein Online-Formular des NABU zu melden. 

Ist das Virus eigentlich auch für den Menschen gefährlich? Die Antwort auf die Frage finden Sie bei nordbuzz.de*.

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