Noch nie zuvor gesehen

Mysteriöser neunter Planet in unserem Sonnensystem entdeckt? Neue Forschungen geben Hinweise

Der mysteriöse, neunte Planet in unserem Sonnensystem wurde noch nie gesehen. Doch Forscher glauben fest an dessen Existenz. Nun könnte bald Licht ins Dunkel kommen.

  • Seit Jahren untersuchen Astronomen das Rätsel um einen neunten Planeten in unserem Sonnensystem.
  • Die Forscher sind sich uneinig: Handelt es sich wirklich um einen Planeten?
  • Neue Technik könnte nun bald Licht ins Dunkel bringen.

Das Weltall fasziniert die Menschheit seit jeher. Bereits die Ägypter beschäftigten sich mit unserem Sonnensystem. Doch trotz moderner Technik und jahrzehntelanger Forschung ist auch heute noch nicht alles über unser Sonnensystem bekannt. Immer wieder taucht dabei auch der mysteriöse, neunte Planet auf. Existiert hinter dem Neptun noch ein weiterer Trabant in unserem Sonnensystem? Bald könnte die Forschung mehr wissen.

Weltall: Mysteriöser neunter Planet - Forscher vermuten weiteren Planeten hinter Neptun

Seit den 2000ern nahm die Theorie um einen neunten Planeten jenseits der Neptun-Umlaufbahn an Fahrt auf. Verschiedene Wissenschaftler, darunter der brasilianische Astronom Rodney Gomes und US-Astronom Chad Trujillo mit seinem Kollegen Scott Sheppard, untersuchten die Umlaufbahnen transneptunischer Objekte. Dabei handelt es sich unter anderem um Zwergplaneten, die sich jenseits des Neptun um die Sonne bewegen. Den Forschern fielen gleichartige Umlaufbahnen der sogenannten KGO auf, die auf eine Anziehungskraft durch einen weiteren Körper, beispielsweise Objekte planetarer Masse, zurückzuführen wären, berichtet der focus. Also ein neunter Planet in unserem Sonnensystem?

Auch die Forscher Batygin und Brown einer kalifornischen Universität erklärten 2016, dass die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Konstellation bei lediglich 0,007 % iege. Bei dem Planeten könnte es sich um einen Eisriesen mit der zehnfachen Masse der Erde handeln. Nach korrigierter Forschung auf fünf Erdmassen sagte Batygin 2019: „Mit fünf Erdmassen erinnert er an Supererden, die es in fremden Sternsystemen gib.“

Mysteriöser neunter Planet: Forschung ist sich uneins - Planet oder Schwarzes Loch?

Ist Planet neun überhaupt ein Planet? Die Forschung ist sich nicht einig. Denn die Abweichungen in den Umlaufbahnen der transneptunischen Objekte lassen sich auch anders erklären. Ebenso möglich wären ein „Brauner Zwerg“, der im interstellaren Raum vorüberzieht, viele kleine Objekte, die die Umlaufbahnen beeinflussen oder ein sogenanntes primordiales Schwarzes Loch, so focus.de. Bei einem primordialen Schwarzen Loch handelt es sich um eine leichte Form eines schwarzen Lochs, das sich wohl bereits um die Zeit des Urknalls gebildet hat, so spektrum.de.

Der österreichische Informatiker und Wissenschaftsautor Marcus Stöger bezeichnet die Idee eines schwarzen Loches oder eines Braunen Zwergs als „lustige Ideen, die man zwar nicht ausschließen kann, aber die Wahrscheinlichkeit ist vernachlässigbar“, so focus.de. Weitere Forschungen sehen dagegen die Existenz eines planetenartigen Himmelskörpers als unwahrscheinlich. Ein schwarzes Loch würde die bislang fehlende Lichtspur eines neunten Planeten erklären, so das Online-Magazin heise.de.

Weltall: Mysteriöser neunter Planet: Neue Technik könnte Licht ins Dunkel bringen

Ein neues Teleskop könnte nun bald Licht ins Dunkel bringen. Das Vera C. Rubin Observatory ist ein Teleskop, welches den Nachthimmel in drei Nächten komplett fotografieren kann. So könnte es Objekte nachweisen, die in ein potenzielles schwarzes Loch gezogen werden und damit indirekt Licht ins Dunkel der Forschung um den neunten Planeten bringen. Das Teleskop wird im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden, so das Rubin Observatory. Und bis dahin müssen die Forscher und Weltall-Interessierten sich wohl noch etwas gedulden. Möglicherweise wurde der Planet auch bereits unbewusst aufgespürt.

Immer wieder diskutieren die Astronomen um erdähnliche Planeten - haben sie nun einen gefunden? Auch ein grün leuchtender Planet faszinierte vor Kurzem die Wissenschaft. (chd)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / ESA/NASA

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