Teufelskreis droht 

Gewaltige Feuer in der Arktis: Experten fürchten dramatische Kettenreaktion

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Klima-Teufelskreis: Feuer brennen in der Arktis sowie in Russland - die Folgen für das Klima sind verheerend.

In der Arktis tobt ein gewaltiges Feuer. Es sind riesige Brände, die fatale Folgen für den Permafrost haben und einen Klima-Teufelskreis beschleunigen.

Update vom 18. Juli: Die ganze Welt schaut derzeit besorgt auf die Ereignisse in der Arktis. Tobende Feuer, Rekord-Temperaturen und das Abschmelzen der Gletscher zeigen die verheerenden Ausmaße des Klimawandels (siehe Meldung vom 16. Juli weiter unten). Forscher der NASA haben in neuen Studien herausgefunden: Es ist zu spät! Selbst wenn die Bevölkerung ihre Treibhausemissionen zurückschraubt, ist der Anstieg des Meeresspiegels nicht mehr zu verhindern.

Jetzt haben Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) ebenfalls eine neue Studie veröffentlicht. Dort stellen sie eine Methode vor, mit der der Anstieg des Meeresspiegels verhindert werden könnte: Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees sollen die instabilen arktischen Gletscher beschneit werden. Dieses Vorgehen würde aber laut den Forschern einerseits beispiellose Ingenieurslösungen erfordern und andererseits in die letzten unberührten Regionen der Erde eingreifen. Das Hochpumpen, das Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern.

„Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, erklärt Studienautor Anders Levermann, Physiker am PIK und der Columbia University in New York.

Nicht nur an der Arktis macht sich der Klimawandel bemerkbar. In Deutschland ist die nächste Sahara-Hitzewelle im Anmarsch. Und in Portugal kämpfen derzeit mehr als 700 Feuerwehrleute gegen verheerende Waldbrände. Doch auch im Norden der USA herrscht gerade ungewohnte Wärme. In Alaska sind zwei deutsche Urlauber und ihr Guide in einem Gletschersee ums Leben gekommen, vermutlich wegen eines herabstürzenden Felsbrockens.

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Die Arktis brennt - gefährlicher Teufelskreis droht

Ursprünglicher Artikel vom 16. Juli: Satellitenaufnahmen zeigen, wie ein riesiges Feuer rund um den Polarkreis wütet. Tausende Quadratkilometer Torflandschaft steht in Flammen. In Sibirien und in Nordamerika brennt es. Die Feuer wüten in einer der abgelegensten Regionen auf unserem Planeten, doch haben sie eine Auswirkung auf die ganze Welt, wie das Wissenschaftsmagazin spektrum.de berichtet.

Es lässt sich demnach zwar gerade wohl kaum abschätzen, wie viele Feuer tatsächlich brennen, doch die Zahl in den vergangenen Monaten ist enorm. Allein 350 Brände wurden in Alaska gezählt.

Ein Asteroid rast am Samstag auf die Erde zu. Das Objekt rast mit 16.000 km/h durch das All und ist riesengroß. Sein Name: 2006 QQ23.

Feuer in der Arktis - Darum ist 2019 so ungewöhnlich

Die Torfböden in der Arktis brennen gerade in den Sommermonaten recht schnell. Jedes Jahr brechen zwischen Juli und August Feuer nördliches des Polarkreises aus. Sie gehören zum normalen Kreislauf im Ökosystem. Dieses Jahr sind die Torffeuer nach Ansicht der Experten allerdings besonders. Schon im Juni haben große Flächen in Flammen gestanden, wie spiegel.de berichtet. Auch die Ausweitung der Feuersbrünste sei ungewöhnlich gewesen.

„Die jüngsten Brände waren in Bezug auf ihre Dauer und Intensität ungewöhnlich", sagte Mark Parrington vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) gegenüber spiegel.de.

Der Grund: Dieses Jahr sucht eine Hitzewelle die Region heim. In einigen Teilen war es zehn Grad wärmer als üblich. In Alaska ist der Juni als der wärmste in die Geschichte eingegangen, vermeldeten die Wetterbehörden. Seit Beginn der Aufzeichnungen lag die Durchschnittstemperatur erstmals knapp bei 16 Grad Celsius. Gleichzeitig war es besonders trocken. Dann brach Alaska mit Temperaturen über 30 Grad alle Rekorde.

Ein ähnliches Problem hat Sibirien, etwa auf gleicher Höhe: Trockenheit, Temperaturen um die 30 Grad und heftige Winde behindern die Löscharbeiten eines riesigen Waldbrands - der ähnliche Auswirkungen auf das ewige Eis haben könnte.

Video: Klimawandel - Schlittenhunde im Schmelzwasser in der Arktis

Arktis brennt: Feuer setzt Unmengen Kohlendioxid - also Co2 - frei

50 Millionen Tonnen Kohlendioxid (Co2) wurden allein bei dem Flächenbrand im Juni freigesetzt. Soviel bläst eine mittelgroße Industrienation in einem ganzen Jahr, so spektrum.de, in die Atmosphäre. In den ersten Julitagen sind noch geschätzt 31 Millionen Tonnen Co2 dazugekommen, teilt Mark Parrington via Twitter mit.

Besonders heikel ist nach Ansicht der Fachleute ein weiterer Aspekt: Die Flächenbrände sind eine Gefahr für den Permafrostboden. Je wärmer und trockener die Arktis ist, um so eher brennen Torfschichten. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht, als unverbrannte Böden. Das Erdreich erwärmt sich schneller. Forscher beobachtet bereits das Auftauen von Permafrostböden. Obendrein gibt es diesen Effekt auch dort, wo sich dieser Rauch und Ruß auf Schnee und Eis absetzt. Schneebedeckte Flächen schmelzen, statt das Sonnenlicht zu reflektieren und die Erde heizt sich dort wieder mehr auf. Die Torfbrände werden durch den Klimawandel häufiger und scheinen diese zu beschleunigen - ein bedrohlicher Teufelskreis.

Nächstes Problem: Meeresspiegel steigt in der Arktis um 2,2 Millimeter pro Jahr

Der Meeresspiegel steigt generell mit dem Klimawandel - doch regional mit extremen Unterschieden. Ein dänisch-deutsches Forscherteam hat nun entdeckt, dass der Meeresspiegel entlang der Küste Grönlands sogar sinkt - teilweise um mehr als fünf Millimeter pro Jahr.

Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska innerhalb des sogenannten Beaufort-Wirbels hingegen stieg das Meer in 22 Jahren um mehr als zehn Zentimeter und damit doppelt so viel wie in der Arktis insgesamt. Der durchschnittliche Anstieg in der Arktis lag bei 2,2 Millimetern jährlich und damit unter dem globalen Mittel von etwa drei Millimetern pro Jahr, wie das Team im Fachblatt „Remote Sensing“ schreibt.

Meteorologe Jörg Kachelmann hält wenig davon beim Thema Klima in Hysterie auszubrechen und hält die Hitze für weniger problematisch. Etwas anderes besorgt ihn viel mehr.

Außerdem blickt die Welt derzeit nicht nur besorgt in die Arktis, sondern auch nach Island. Denn dort ist ein einstiger Gletscher inzwischen nicht mehr wiederzuerkennen.  Extreme Wetterverhältnisse herrschen im August auch in den USA. Dort plagt das Wetter-Phänomen „Ring of Fire“ die Südstaaten mit ungewöhnlichen Temperaturen.

Deutschlandkarte: Wenn der Meeresspiegel um 66 Meter steigt

Nur knapp die Erde verfehlt hat ein Asteroid Ende Juli die Erde. Das Erschreckende: Wissenschaftler und Astronomen weltweit hatten den Gesteinsbrocken viel zu spät bemerkt. Dabei hätte er eine ganze Stadt auslöschen können.

Im September dieses Jahres hätte ein Asteroid die Erde treffen können. Nun rauscht der bis zu 50 Meter große Gesteinsbrocken wohl an unserem Planeten vorbei. Doch ein Experte gibt eine beunruhigende Prognose für das Jahr 2023 ab.

Hunderte Tierarten sind durch die Hitzeperioden bedroht - davor warnt Greenpeace. Tierarten könnten für immer aussterben -

das sind die Gründe.

Am 29. Juli ist zudem der „Earth Overshoot Day“, der Tag, an dem die Erdressourcen für das ganze Jahr bereits aufgebraucht sind.

Die Brände des Regenwaldes im Amazonasgebiet könnten noch deutlich schlimmere Konsequenzen haben, als viele dachten. Es droht ein nicht aufzuhaltender Teufelskreis.

ml

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