Bald Melonen am Rhein?

Wetter-Prognose: Mediterranes Klima in Deutschland? Forscher kommen Naturphänomen auf die Schliche und lösen Rätsel

Morgenstimmung
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Tropische Temperaturen, neue Früchte wie Melonen am Rhein: Das könnte schon bald unsere Realität sein.

Deutsche Forscher wollen herausgefunden haben, warum sich unser Klima immer tropischer anfühlt. Schuld sind nicht die Veränderungen in der Atmosphäre - sondern im Meer.

  • Eine Studie vom Helmholtz-Zentrum löst ein Rätsel aus der Klimaforschung.
  • Dass sich das Wetter auch im Deutschland* immer mediterraner anfühlt, ist eine Folge von Veränderungen im Meer.
  • Metereologen erwarten Veränderungen in den nächsten Jahren.

München - Bäuerinnen beobachten, dass sich die Erntezeit immer weiter nach hinten verschiebt, sogar bis in den November hinein. Gleichzeitig nehmen extreme Wetterlagen zu, wie jüngst die Brände und Dürren in Australien* und Kalifornien und die extreme Trockenheit am Mittelmeer gezeigt haben.

Klimaforscher stehen dabei vor einem Rätsel, sagt man am Alfred Wegener-Institut am Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Denn selbst komplexe Klimarechenmodelle könnten die Veränderungen in diesen Gebieten nicht erklären. Vermutet wird allerdings schon länger, dass sich die tropischen Klimazonen in den Norden und Süden ausdehnen.

Mediterranes Wetter in Deutschland: Dehnen sich die Tropen nach Norden und Süden aus?

Rund um den Äquator definiert man das Klima als tropisch - bis zum jeweils 23. Breitengrad im Norden und im Süden. Während der Kern der tropischen Klimazone aufsteigende Luft, Hitze und eine hohe Luftfeuchtigkeit* kennzeichnen, sind die Ränder dieser Klimazone heiß und trocken - und damit genau jenes Klima, das jetzt bis in den Süden Kaliforniens zu reichen scheint.

Bisher hatte man sich diese Veränderungen mit natürlichen Schwankungen, die alle paar Jahrzehnte auftreten, versucht zu erklären. Andere Wissenschaftler zogen Veränderungen in der Atmosphäre in Betracht, etwa bei Ozon oder Aerosolen. Doch diese Fragen waren fehlgeleitet, so das Forscherteam um Hu Yang und Gerrit Lohmann.

Mediterranes Wetter am Rhein: Der Mechanismus dahinter ist im Meer zu suchen, so die Studie

Bisher habe man zu kompliziert gedacht, so die Forscher. In Wahrheit sei der Mechanismus relativ einfach.

„Unsere Modellrechnungen zeigen, dass großräumige Meeresströmungen sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel der entscheidende Treiber sind“, sagt Yang als leitender Autor der Studie. Bei diesen Meeresströmungen handle es sich um viele Hundert Kilometer breite Wasserwirbel, die langsam kreisen. Der Effekt sei bekannt aus den Plastikstrudeln im Ozean: Die Wärme könne sich hier besonders gut sammeln.

Für die Bäuerinnen und Bauern haben diese Veränderungen laut Biologen Kurioses zu bieten, so wetter.de. Es sei wahrscheinlich, dass sich bald am Rhein mediterrane Pflanzen finden - etwa Melonen und Feigen. Die Erkenntnisse der Forscher dienen jetzt als Grundlage für weitere Forschungen. Denn wie hoch der tatsächliche Anteil der Wasserwirbel an den Dürren sei, könne noch niemand sagen. (kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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