2,6 Grad über dem Durchschnitt

Wetterbilanz des Winters: Sehr mild und sehr sonnig

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Frühling im Februar: Eine Frau liegt bei Temperaturen um 14 Grad Celsius im Berliner Regierungsviertel am Ufer der Spree. Foto: Wolfgang Kumm

Von wegen dunkle Jahreszeit! Nach der Erhebung des Deutschen Wetterdienstes waren die vergangenen drei Monate überdurchschnittlich warm und sonnenscheinreich. Der Februar könnte gar einen Rekord brechen. Und dann war da noch der Schnee.

Offenbach (dpa) - Der Februar 2019 war der sonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland - und der Winter insgesamt überdurchschnittlich warm.

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in Offenbach berichtete, lag die bundesweite Durchschnittstemperatur für die Monate Dezember, Januar und Februar bei 2,8 Grad. Dies seien 2,6 Grad mehr als der Durchschnittswert des offiziellen Vergleichszeitraums von 1961 bis 1990.

Auch gegenüber dem Mittel der Referenzperiode von 1981 bis 2010 ist der diesjährige Durchschnittswert laut DWD um 1,9 Grad wärmer. "Damit landete auch der Winter 2018/19 mit unter den wärmsten seit Beginn regelmäßiger Messungen im Jahr 1881", so die Wetterforscher.

Man könne zwar keinen Zusammenhang zum vergangenen Jahrhundertsommer herstellen, sagte DWD-Meteorologe Gerhard Lux: "Jeder Sommer und jeder Winter stehen für sich und haben nichts miteinander zu tun."

Aber eines sei nach der Winterbilanz sehr auffällig: Der fast vergangene Februar sei seit April 2018 der elfte Monat in Folge, in dem die Sonnenscheindauer deutlich über dem vieljährigen Schnitt lag. Hochgerechnet auf das Monatsende werde dieser Monat als sonnenscheinreichster Februar seit Beginn der Aufzeichnungen 1951 in die Wettergeschichte eingehen, so Lux. Dies alles seien weitere Fakten, die in das Bild des Klimawandels passten. "Die trocken-warmen Perioden scheinen in ihrer Länge zuzunehmen."

Sehr milde Luft, meist vom Atlantik, ließ bereits im Dezember mit Werten von mehr als 10 Grand mehr Frühlings- denn Weihnachtsstimmung aufkommen. Ein krasser Kontrast zwischen Tag und Nacht zeigte sich dann im Februar: Während Autofahrer morgens nach Minuswerten in der Nacht ihre Scheiben freikratzen mussten, lagen die Werte tagsüber vor allem in der zweiten Monatshälfte deutlich über 15 Grad. "In Kaiserslautern verzeichnete man am 26. (Februar) fast schon sommerliche 21,3 Grad", so der DWD. An mehreren Messstellen seien an diesen Tagen neue Rekorde bei der Tageshöchsttemperatur registriert worden.

Etwa im Schnitt 200 Stunden lang schien in diesem Winter nach Angaben der Experten die Sonne. Das seien rund 29 Prozent mehr Sonnenschein als sonst im langjährigen Schnitt. Am sonnenverwöhntesten waren die Menschen vom Hochrhein bis ins Allgäu mit örtlich mehr als 280 Stunden.

Nach der historischen Dürre im Sommer brachte überdurchschnittlicher Niederschlag der Natur Erleichterung: Mit rund 210 Litern pro Quadratmeter überstieg die Niederschlagsmenge den Durchschnittswert von 181 Litern pro Quadratmeter um 17 Prozent.

Und dann waren da noch trotz des milden Winters die Schneemassen in Sachsen und Bayern: "Stellenweise wurden Rekorde gebrochen, die bis 1948 zurückreichen", so die Wetterforscher. Auch die Zugspitze habe mit 974,8 Litern Schneefall pro Quadratmeter einen neuen Winterrekord gemeldet. Selbst abseits der Gipfel habe man zeitweise über zwei Meter Schnee messen können. Die DWD-Bilanz basiert auf einer ersten Auswertung von Ergebnissen der rund 2000 Messstationen.

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