Nicht die erste Sichtung mit Fotobeweis im Allgäu

Falle schnappt zu: Im Allgäu konnte ein Wolf fotografiert werden

Wolf tappt im Allgäu in Foto-Falle (Symbolbild).
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Wolf tappt im Allgäu in Foto-Falle (Symbolbild).

Ein Wolf konnte in einem Naturpark im Allgäu fotografiert werden. Dies gelang den Mitarbeitern durch eine sogenannte Foto-Falle.

  • Ein Wolf* tappte im Allgäu in eine Fotofalle
  • Es ist nicht die erste Wolf-Sichtung in der Region
  • Das Foto wurde bereits im vergangenen Jahr aufgenommen

Allgäu - Ein Wolf wurde im Naturpark Nagelfluhkette von einer Foto-Falle erwischt. In dem Park nahe Balderschwang im bayrischen Schwabenland, werden regelmäßig Fotofallen aufgestellt. Diese sollen den Mitarbeitern Informationen über Wildtiere einbringen. 

Laut dem Leiter des Parks wurde das Tier auf dem Foto von erfahrenen Gutachtern eindeutig als Wolf identifiziert. Aufgenommen wurde das Foto bereits am 23. Dezember des vergangenen Jahres.

Wolf: Im Allgäu kein Einzelfall mehr

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde im Oberallgäu ein Wolf von einer Fotofalle erwischt. Die Fotofalle wurde damals von den bayrischen Staatsforsten aufgestellt. Diese gaben keine genauen Angaben zu dem Standort der Falle

Der Bayrische Rundfunk verortete diese, aufgrund der Angaben der Behörden, im Bereich Balderschwang. Also in derselben Region, in der auch der Naturpark liegt, in dem das aktuelle Foto entstanden ist. 

Der LBV-Gebietsbetreuer in den Allgäuer Hochalpen Henning Werth, betonte schon im letzten Jahr, dass in der Region oft Hinweise auf einen Wolf gefunden wurden. Laut Werth wurden damals sowohl Pfotenabdrücke als auch Wolfskot in der Region gefunden.

Wolf: Auch in den angrenzenden Ländern ist der Wolf keine Seltenheit mehr

In den Alpen siedelten sich erstmals wieder im Jahr 1992 Wolf-Individuen an. Die Anfangspopulation bestand hier aus 8-16 Tieren. Sie schafften es, das Vorkommen des Wolfes in den Alpen auf aktuell 250 Tiere zu steigern. Die Anfangspopulation hatte ihren Ursprung in Italien.

Der WWF geht davon aus, dass in Italien jährlich 20 Prozent der im Land befindlichen Wölfe illegal gewildert werden. Balderschwang und der Naturpark Nagelfluhkette befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Nachbarland Österreich. Während in Frankreich die Population auf etwa 500, in Deutschland auf 1000 und in Italien sogar auf 2000 Wölfe geschätzt wird, geht man in Österreich nur noch von einem existenten Rudel aus.

Wolf: Österreich ist Schlusslicht im Ländervergleich

Im Jahr 2018 waren es in Österreich noch 3 Rudel mit insgesamt zwischen 30 und 35 Tieren. Österreich war auch eines der letzten Länder in Europa, in dem sich der Wolf wieder ansiedelte. Laut WWF leben derzeit knapp 10.000 Wölfe in Europa, Russland ausgenommen.

Erst im Jahr 2016 kam Österreich dazu, zum Vergleich in Deutschland siedelte das erste Mal seit der Ausrottung ein Wolfsrudel im Jahr 2000. Experten gehen unter anderem davon aus, dass es in Österreich ein großes Problem der Wilderei gibt.

Und das, obwohl der Wolf in Österreich nach dem Wiener Naturschutzgesetz als streng geschützte Art gilt. In verschiedenen Landesjagdgesetzen ist er zudem als ganzjährig geschont beziehungsweise nicht jagdbar eingetragen.

Wolf: Auch in Hessen ist er keine Seltenheit mehr

Mitte März diesen Jahres wurde ein toter Wolf in Wiesbaden gefunden. Augenscheinlich wurde er von einem Zug erfasst. Seit heute (18.03.2020) ist bekannt, wo der Wolf herkam.

Im Jahr 2011 verstarb der letzte sesshafte Wolf in Hessen. Mittlerweile gilt wieder ein Wolf in Hessen als sesshaft.

Im Hübental in Hessen wurden zwei Lämmer kurz nach ihrer Geburt gerissen. Ob ein Wolf* dafür verantwortlich ist, wird der DNA-Test zeigen.

Video: Wolf schaut Bären beim Kämpfen zu

Von Lucas Maier

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktions-Netzwerkes

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