Drei Menschen getötet

Messer-Attacke von Würzburg: Ein Kind lebensgefährlich verletzt - Verdächtiger war auch in Sachsen aufgefallen

In Würzburg hat ein 24-Jähriger drei Menschen mit einem Messer attackiert und getötet. Nun sind neue Details zu den Opfern bekannt. Ein Kind verletzte er schwer.

  • Es gibt inzwischen mehr Details zu den Opfern des Messerangriffs von Würzburg (Update vom 28. Juni, 14.45 Uhr).
  • Der Tatverdächtige fiel schon zu seiner Zeit in Sachsen auf. (Update vom 28. Juni, 18.22 Uhr)
  • Die Bundesregierung zeigt sich entsetzt - Merkel hofft auf gründliche Aufklärung (Update vom 28. Juni, 13.30 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung finden Sie hier.

Update vom 28. Juni, 19.23 Uhr: Bayern trauert nach der schrecklichen Tat von Würzburg. Die Schicksale der Opfer sind fürchterlich.* Sogar der Täter-Anwalt spricht von einem Albtraum.

Update vom 28. Juni, 18.22 Uhr: Offenbar war der 24-Jährige, der als Tatverdächtiger der Bluttat von Würzburg gilt, auch schon in Sachsen ins Visier der Ermittler geraten. Dort lebte er von 2015 bis 2019. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelte wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes Sachsen erklärte.

Dabei sei es um eine körperliche Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft gegangen. Die Ermittlungen seien eingestellt worden, da die Betroffenen den Tathergang unterschiedlich dargestellt hätten. Zuerst hatte die Welt über den Fall in Sachsen berichtet.

Messer-Attacke von Würzburg: Neue Details zu den Opfern - Ein Kind lebensgefährlich verletzt

Update vom 28. Juni, 14.45 Uhr: Mittlerweile ist mehr über die Opfer des Messerangriffs in Würzburg bekannt. Drei Frauen im Alter von 24, 49 und 82 Jahren sterben in dem Kaufhaus. Sie waren alle in Unterfranken wohnhaft - in den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg und in der Stadt Würzburg.

Der Angreifer attackierte noch drei weitere Frauen (39, 52, 73), ein Mädchen (11) und einen Jugendlichen (16). Sie schweben alle noch in Lebensgefahr. Ein Mann (57) und eine weitere Frau (26) verletzte er leicht. Letztere kommt aus dem Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg, wie Heidelberg 24* berichtet. Die anderen Verwundeten sind laut Informationen der Polizei aus der Stadt beziehungsweise aus dem Landkreis Würzburg. Die Elfjährige ist die Tochter der getöteten 49-Jährigen.

Nach Messer-Angriff in Würzburg: Merkel hofft auf gründliche Aufklärung

Update vom 28. Juni, 13.30 Uhr: Nach den tödlichen Messerangriffen in Würzburg hofft Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun auf eine gründliche Aufklärung. „Die Ermittler werden alles tun, um aufzuklären, was den Mann zu diesen Morden trieb“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es gebe offenbar „Hinweise auf islamistische Hasspropaganda“ in der Wohnung des Tatverdächtigen, aber auch Hinweise auf psychische Probleme in der Vergangenheit. „Das eine muss das andere nicht ausschließen“, sagte Seibert.

Es handele sich um „fürchterliche, niederträchtige Morde“, sagte der Regierungssprecher. Der genaue Hintergrund müsse nun ermittelt werden. „Das sind wir den Opfern schuldig.“ Merkel zeigte sich seinen Angaben zufolge erschüttert von der Bluttat. „Es ist eine Tat von nicht zu begreifender Brutalität und Bösartigkeit“, sagte Seibert.

Messer-Attacken in Würzburg: Bundesregierung zeig sich entsetzt

Update vom 28. Juni, 12.23 Uhr: Die Bundesregierung hat sich entsetzt gezeigt über den tödlichen Messerangriff von Würzburg. „Es ist eine Tat von nicht zu begreifender Brutalität und Bösartigkeit“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Anteilnahme gelte den Opfern, deren Familien und Augenzeugen.

„Die Bundeskanzlerin und die gesamte Bundesregierung hoffen, dass die Verletzungen heilen, dass die Betroffenen wieder gesund werden können an Körper und an Seele und dass sie für diesen Weg Begleitung und Unterstützung finden“, sagte Seibert. Es gebe aber auch Grund zur Dankbarkeit: für das schnelle Eingreifen der Polizei und den Mut und die Geistesgegenwart von Passanten, die sich dem mutmaßlichen Täter entgegenstellten. „Das ist eine Heldentat, die die vollbracht haben“, sagte Seibert über Letztere.

Update vom 28. Juni, 11.08 Uhr: Die in der Obdachlosenunterkunft des Messerangreifers von Würzburg gefundenen Gegenstände werden derzeit von Islamwissenschaftlern bewertet. „Aber wir sind bei Weitem noch nicht so weit, dass wir sagen können, wir haben es ausgewertet“, sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) am Montag in München.

Zu den Funden zählen auch zwei Handys. „Wir gehen davon aus, dass sie ihm gehören“, sagte der Sprecher mit Verweis auf den 24 Jahre alten Verdächtigen aus dem afrikanischen Bürgerkriegsland Somalia.

Messerangriff von Würzburg: Zwei Handys des Täters werden untersucht

Welche weiteren Gegenstände nun untersucht und bewertet werden, sagte der Sprecher nicht. Damit ist unklar, ob unter anderem auch Schriftstücke entdeckt wurden, die auf ein politisches Motiv hindeuten könnten.

Bislang ist nicht bekannt, warum der Migrant am Freitag in Würzburg drei Frauen mit einem Messer tötete und sieben Menschen verletzte, fünf davon lebensbedrohlich. Womöglich war der Mann geistig verwirrt oder psychisch krank, wie Ermittler vermuten. Es werde aber auch geprüft, ob islamistische Einstellungen zur Tat beigetragen haben könnten. Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) wollte beides nicht ausschließen.

Erstmeldung vom 28. Juni, 10 Uhr: Würzburg - Ob der Messerangreifer von Würzburg ein Terrorist war, lässt sich nach den Worten des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann derzeit noch nicht sagen. „Das lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt so noch nicht beurteilen“, sagte der CSU-Politiker am Montag im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF. Der 24-Jährige sei zeitweise in psychiatrischer Behandlung gewesen. Zugleich gebe es Hinweise darauf, dass sich der Täter islamistisch geäußert habe*. „Wir können da heute noch kein abschließendes Urteil abgeben.“

Würzburg: Mann attackiert wahllos Menschen mit einem Messer - zehn Menschen verletzt, drei tödlich

Der Verdächtige hatte am Freitagnachmittag drei Frauen, die er offensichtlich nicht kannte, mit einem Messer in Würzburg getötet*. Zudem verletzte er sieben weitere Menschen, fünf davon schwebten nach der Attacke in Lebensgefahr*. Allen Überlebenden gehe es zwar besser, sagte Herrmann. Allerdings könne es sein, dass einige Opfer langanhaltende Schäden haben werden.

Zahlreiche Zeugen vor Ort hielten den Täter in Schach und verhinderten, dass es noch weitere Todesopfer gibt. So stellte sich ein 42-Jähriger dem jungen Mann in den Weg*.

Nach Messerattacke in Würzburg: Unterkunft des Täters durchsucht

Die in der Obdachlosenunterkunft des Somaliers gefundenen Handys und Schriftstücke müssten noch ausgewertet und bewertet werden. Nach Herrmanns Worten war nicht zu erkennen, dass der polizeibekannte 24-Jährige „zu einer derartig brutalen, gemeingefährlichen Tat schreiten könnte“. Es müsse alles sorgfältig aufgearbeitet werden.

Täter von Würzburg: Täter konnte nicht abgeschoben werden

Der Bayern-2-„Radiowelt“ sagte Herrmann, die bisherigen Auffälligkeiten des Verdächtigen hätten nicht für eine Abschiebung gereicht, da es keine Strafanzeigen gegeben habe. Der Migrant hat einen subsidiären Schutzstatus, er hält sich also legal in Deutschland auf.

Messerangriff in Würzburg: Vieles spreche für islamistische Tat

Der Minister hatte bereits kurz nach der Messerattacke in Würzburg* der Deutschen Presse-Agentur gesagt, es gebe Indizien dafür, „dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte“. Am Sonntagabend sagte er im „Bild live“-Talk „Die richtigen Fragen“: „Es spricht sehr viel angesichts dessen, was wir aufgefunden haben, dafür, dass es sich um eine islamistisch motivierte Tat handeln könnte.“ *Merkur.de/bayern und Heidelberg 24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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