Überflutungen und Erdrutsche

Tote und Verwüstungen nach schweren Unwettern in Japan

Mit einem Boot werden Bewohner in Kuma in Sicherheit gebracht. Foto: Kota Endo/Kyodo News/AP/dpa
1 von 6
Mit einem Boot werden Bewohner in Kuma in Sicherheit gebracht. Foto: Kota Endo/Kyodo News/AP/dpa
Die Zahl der Opfer bei schweren Unwettern in Japan steigt. Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa
2 von 6
Die Zahl der Opfer bei schweren Unwettern in Japan steigt. Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa
Auf den Straßen steht noch immer der Schlamm. Foto: Koji Harada/Kyodo News/AP/dpa
3 von 6
Auf den Straßen steht noch immer der Schlamm. Foto: Koji Harada/Kyodo News/AP/dpa
Suche nach vermissten Personen an der Stelle einer Schlammlawine. Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa
4 von 6
Suche nach vermissten Personen an der Stelle einer Schlammlawine. Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa
In Hitoyoshi werden Trümmer beseitigt. Foto: Takuto Kaneko/Kyodo News/AP/dpa
5 von 6
In Hitoyoshi werden Trümmer beseitigt. Foto: Takuto Kaneko/Kyodo News/AP/dpa
Durch die Überflutungen wurden viele Häuser beschädigt oder zerstört. Foto: Koji Harada/Kyodo News/AP/dpa
6 von 6
Durch die Überflutungen wurden viele Häuser beschädigt oder zerstört. Foto: Koji Harada/Kyodo News/AP/dpa

Naturgewalten haben im Südwesten Japans mehrere Menschen das Leben gekostet. Die sintflutartigen Regenfälle lösten gewaltige Überflutungen und Erdrutsche aus, ganze Wohnhäuser wurden fortgerissen.

Tokio (dpa) - Bei schweren Unwettern im Südwesten Japans sind vermutlich mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen.

Bis zum Abend (Ortszeit) wurden zunächst 18 Todesfälle bestätigt, doch befürchtete die Regionalregierung der stark betroffenen Provinz Kumamoto, dass mindestens 17 weitere Opfer die schweren Überflutungen und Erdrutsche ebenfalls nicht überlebt haben. Mindestens 14 Menschen galten zudem noch als vermisst.

Schwerer Regen hatte seit Samstag in weiten Gebieten der Provinzen Kumamoto sowie Kagoshima auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu schwere Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst, die die Rettungs- und Bergungsarbeiten erschwerten. Unterdessen begannen am Sonntag erste Aufräumarbeiten.

Die Einsatzkräfte hatten Schwierigkeiten, einige der besonders schwer betroffenen Gebiete entlang des Kuma Flusses in Kumamoto zu erreichen. Dessen Ufer waren an mehreren Stellen gebrochen, als die Region am frühen Morgen des Vortages von den Regenfällen heimgesucht worden war. Einige Bewohner der Provinz Kumamoto, darunter auch in den Städten Yatsushiro und Hitoyoshi, waren von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem die schlammigen Fluten und Erdrutsche einige Straßen unzugänglich gemacht und Häuser mit sich gerissen hatten. Tausende Haushalte waren am Sonntag zunächst noch ohne Strom.

Die örtlichen Behörden hatten am Vortag mehr als 200.000 Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen. Auf Luftaufnahmen des staatlichen Fernsehens waren ganze Wohngebiete metertief versunken in schlammigen Wassermassen zu sehen. Mit Helikoptern und Schlauchbooten kämpften sich die Einsatzkräfte zu den Opfern vor, manche hatten sich auf die Dächer ihrer Häuser gerettet. Sie wurden dabei von Tausenden von Soldaten unterstützt. Viele der Opfer befanden sich in einem Altenpflegeheim in dem von den Überflutungen stark betroffenen Dorf Kuma in der Provinz Kumamoto.

"In der Luft hängt der Geruch von leckenden Gasleitungen und Abwässern", erzählte eine 32-jährige Bewohnerin der schwer betroffenen Stadt Ashikita in Kumamoto Reportern. Als sie am Samstag gegen 4.00 Uhr morgens (Ortszeit) aufwachte, hätten einige Nachbarhäuser bereits unter Wasser gestanden. Große Bäume und Teile von Häusern seien von den Wassermassen fortgerissen worden. Aus oberen Stockwerken winkten Menschen mit weißen Tüchern, um die Besatzung von Rettungshubschraubern auf sich aufmerksam zu machen.

Andere formten "SOS"-Notrufzeichen auf dem Boden, um aus der Luft gesehen zu werden. Andere nutzten soziale Medien, um Hilfe zu rufen. An Rettungsseilen wurden mehrere Bewohner, die sich auf die Dächer ihrer überfluteten Häuser gerettet hatten, von den Rettungshubschraubern in Sicherheit gebracht. In den in Kumamoto eingerichteten Notlagern mussten zugleich Vorkehrungen gegen die Gefahr einer Ansteckung durch das Coronavirus getroffen werden. Unterdessen warnte die Meteorologische Behörde auch für die kommenden Tage vor weiteren heftigen Regenfällen auch in Teilen des Westens.

© dpa-infocom, dpa:200705-99-676772/6

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Corona: Kroatien meldet Höchststand - Nachbarland erhöht Warnstufe und verschärft Grenzkontrollen

Die Corona-Neuinfektionen in Kroatien steigen auf einen Höchststand. Nachbar Slowenien reagiert in der Covid-19-Pandemie, es gibt Folgen für deutsche Urlauber.
Corona: Kroatien meldet Höchststand - Nachbarland erhöht Warnstufe und verschärft Grenzkontrollen

Studie enthüllt: Corona-Gerüchte kosten Hunderten das Leben - auch staatliche Maßnahmen können schaden

Die Coronavirus-Pandemie wird begleitet von einer Informationsflut in den sozialen Medien - Fehlinformationen haben bereits Hunderten das Leben gekostet, so eine Studie.
Studie enthüllt: Corona-Gerüchte kosten Hunderten das Leben - auch staatliche Maßnahmen können schaden

Steigende Zahlen, „zweite Welle“ im Anmarsch: Wieso ist es auf den Intensivstationen noch ruhig?

Seit Wochen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen: Durchschnittlich werden Infizierte nach acht Tagen ins Krankenhaus eingeliefert. Doch die Lage scheint ruhig. …
Steigende Zahlen, „zweite Welle“ im Anmarsch: Wieso ist es auf den Intensivstationen noch ruhig?

Gesellschaft für deutsche Sprache lehnt Gendersternchen ab

Kleines Schriftzeichen, große Diskussionen: Das Gendersternchen - etwa im Wort Journalist*innen - wird zunehmend genutzt. Manche Experten sehen diese Art …
Gesellschaft für deutsche Sprache lehnt Gendersternchen ab

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.