Schon 2012 eingeweiht?

Abgas-Skandal: Winterkorn in massiver Erklärungsnot

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Martin Winterkorn.

Wolfsburg - Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW soll der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn deutlich früher über die Vorgänge informiert gewesen sein als bisher bekannt. Und es gibt noch mehr neue Details.

Wie die "Süddeutschen Zeitung" in ihrer Samstagausgabe berichtet, haben Kronzeugen im Gespräch mit US-Ermittlern ausgesagt, sie hätten 2012 und 2014 mit einem engen Vertrauten Winterkorns über eine illegale Software in den Diesel-Fahrzeugen auf dem US-Markt gesprochen.

Einer der Zeugen sagte demnach, er sei davon ausgegangen, dass dies an den Vorstandschef weitergereicht werde. 2014 soll der Vertraute Winterkorns dann sogar gesagt haben: "Ich muss mit dem Chef sprechen." Im Juli 2015 habe ein Ingenieur die Problematik bei einem Termin mit Winterkorn geschildert, wobei dieser so gewirkt habe, als wisse er längst davon.

Die Kronzeugen sind den Angaben zufolge Ingenieure aus der Diesel-Entwicklung, die bei den Manipulationen mitgewirkt haben. Nach offizieller Darstellung von Volkswagen erfuhr Winterkorn erst im Spätsommer 2015 von den Vorgängen. Der frühere Vorstandschef musste sein Amt niederlegen, nachdem die Vorwürfe im September 2015 ans Licht kamen. Vor allem in den USA bescherte der Skandal dem Wolfsburger Autobauer Straf- und Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe.

60.000 Euro für Heizanlage für Koi-Karpfen

Zudem soll der frühere VW-Chef eine 400-Quadratmeter-Villa für rund fünf Euro Miete pro Quadratmeter bewohnt haben. Das berichtet das Magazin "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Die für die Vermietung zuständige VW-Immobilienfirma kam demnach auf diesen Preis, weil sie von einer Privatnutzung von lediglich gut der Hälfte der Wohnfläche ausging.

Für die andere Hälfte nahm die Volkswagen Immobilien GmbH demnach an, dass sie für die Bewirtung von Gästen des Unternehmens zur Verfügung stehe. Allerdings kümmerte sich die Firma laut "Spiegel" auch um Hobbies des damaligen VW-Vorstandsvorsitzenden: So sei für 60.000 Euro eine Heizanlage in den Gartenteich des Anwesens in der Ortschaft Groß Schwülper bei Braunschweig eingebaut worden, weil Winterkorn dort Kois halten wollte, eine besonders temperaturempfindliche Zuchtform des Karpfens.

Der VW-Konzern wollte laut "Spiegel" zu der Miethöhe nicht Stellung nehmen. Zu Vertragsdetails könne man sich nicht äußern, hieß es demnach aus Wolfsburg. "Die Nebenleistungen wurden entsprechend dem damals gültigen Nebenleistungskatalog in Anspruch genommen und nach den geltenden steuerlichen Grundsätzen korrekt behandelt", erklärte das Unternehmen demnach weiter.

Die "Bild"-Zeitung hatte vergangene Woche berichtet, Winterkorn bekomme seit Jahresbeginn eine Betriebsrente von mehr als 3000 Euro pro Tag. Zudem stehe ihm bis zum Lebensende ein Dienstwagen zu. 

afp

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