Mit öffentlichen Geldern finanziert?

VW will prüfen, wie es den Affen geht

Volkswagen will Tierversuche für die Zukunft ausschließen und sich informieren, wie es den Tieren heute geht. Im Bundestag wollen die Grünen wissen, ob die Regierung davon wusste.

Berlin - Nach Bekanntwerden des umstrittenen Diesel-Abgastests mit Affen hat Volkswagen angekündigt, auf Tierversuche zu verzichten. „Wir wollen Tierversuche für die Zukunft absolut ausschließen. Damit so etwas nicht noch einmal passiert“, sagte der VW-Generalbevollmächtigte Thomas Steg der „Bild“-Zeitung (Dienstag). 

VW lasse prüfen, was nach den Versuchen mit den Affen geschehen sei, in welchem Zustand sie übergeben wurden und wie es ihnen heute gehe. Zuvor hatte auch VW-Konzernchef Matthias Müller die Versuche als inakzeptabel bezeichnet.

Die umstrittenen Tests sollen auch Thema im Bundestag werden. Die Grünen beantragten für diese Woche eine Aktuelle Stunde im Parlament. „Wir fordern die Bundesregierung auf, klar zu sagen, ob sie bereits von den zwielichtigen Methoden der Autoindustrie wusste und inwieweit diese sogar aus öffentlichen Geldern finanziert wurden“, sagte Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann. Sie warf den Autobauern vor, mit angeblich wissenschaftlichen Tierexperimenten und Tests an Menschen die Gefahr von Stickoxiden zu verharmlosen.

Lesen Sie auch: Auch Menschen wurden Abgastests ausgesetzt

Die Autoindustrie hatte Wissenschaftler eingespannt, um mit der von BMW, Daimler und VW betriebenen Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen zu verharmlosen. Nachdem 2015 aufgeflogen war, dass VW bei Dieselfahrzeugen Messergebnisse manipuliert hatte, erklärten drei der sieben Mitglieder des Forschungsbeirates nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR ihren Rücktritt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Eine der bekanntesten Mode-Ketten Deutschlands schließt mehrere Filialen - acht Bundesländer betroffen

Eine in Deutschland sehr beliebte Mode-Kette schließt noch in diesem Jahr mehrere Filialen. Betroffen sind Geschäfte in acht Bundesländern.
Eine der bekanntesten Mode-Ketten Deutschlands schließt mehrere Filialen - acht Bundesländer betroffen

Gabriel soll in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus steckt mitten in einem radikalen Konzernumbau. Tausende Stellen fallen weg. Für sein Kontrollgremium holt sich das Institut einen …
Gabriel soll in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Thunberg: WEF hat Forderungen ignoriert

Der Klimaschutz stand im Mittelpunkt des Weltwirtschaftsforums in den Schweizer Bergen. Doch ob das Treffen Fortschritte gebracht hat, daran scheiden sich die Geister.
Thunberg: WEF hat Forderungen ignoriert

Polnische LOT übernimmt Condor - Wachstumspläne in Osteuropa

Die Fluggesellschaft Condor kann sich aus der Insolvenz von Thomas Cook in die Hände eines neuen Eigentümers retten. Unter der polnischen Airline LOT soll der …
Polnische LOT übernimmt Condor - Wachstumspläne in Osteuropa

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.