Abfertigungsprobleme

Air Berlin setzt nun Freiwilligen-Trupps in Tegel ein

Berlin - Ein Tochterunternehmen des Flughafens München bereitet Air Berlin Abfertigungsprobleme am Flughafen Berlin-Tegel. Nun helfen Freiwillige aus.

Nach Koffer-Chaos, Verspätungen und Flugausfällen durch Probleme eines Dienstleisters am Berliner Flughafen Tegel packen Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air Berlin nun selbst mit an. 120 Kollegen hätten sich seit Montagabend freiwillig gemeldet, um bei der Kundenbetreuung im Servicecenter, bei der Bodenabfertigung oder beim Crew-Transport auszuhelfen, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Die ersten Kollegen hatten demnach bereits ihren ersten Einsatz.

Air Berlin hatte Anfang März in Tegel den Abfertigungsdienstleister gewechselt und kämpft seither mit massiven Problemen. Das beauftragte Unternehmen Aeroground, eine Tochter des Flughafens München, habe "seit dem ersten Tag keine gute Performance" abgeliefert, sagte der Sprecher. Die Leistung sei "inakzeptabel" und habe auch Folgen für den Flugbetrieb an anderen Flughäfen. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann habe die Freiwilligen-Initiative deshalb am Montagabend bei einem Treffen mit Führungskräften ins Leben gerufen.

200 Euro pro Tag

Für die Sondereinsätze in Tegel erhalten die Mitarbeiter 200 Euro netto pro Tag, wenn sie an einem Wochenende oder einem Feiertag einspringen. Für Einsätze in anderen Bereichen während der eigenen Arbeitszeit gibt es 100 Euro brutto; Azubis erhalten jeweils die Hälfte. Dieser Anreiz sei den Kollegen aber zum Start der Initiative nicht bekannt gewesen, betonte der Sprecher.

Winkelmann zeigte sich "überwältigt" von der Bereitschaft. "Dieser Spirit macht uns aus", schrieb er am Mittwoch in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter. "Die Air-Berlin-Familie steht für Teamwork und Teamgeist", betonte der frühere Lufthansa-Manager, der seit Februar die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft führt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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