München stark betroffen

Airbus streicht über 1100 Jobs

+
Hunderte Jobs sollen am Airbus-Standort Ottobrunn bei München wegfallen. Foto: Peter Kneffel.

Airbus-Chef Tom Enders baut seinen riesigen Konzern um. Über einen Stellenabbau wird schon länger gesprochen - nun wird er bestätigt. Auch Deutschland gehen Jobs verloren.

Toulouse (dpa) - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus streicht 1164 Stellen. Davon entfallen 429 auf Deutschland, vor allem am Standort Ottobrunn bei München, wie ein Sprecher des Unternehmens in Toulouse sagte.

Airbus-Chef Tom Enders hatte bereits Ende September angekündigt, das Management des Konzerns zu straffen. Im Kern geht es darum, das Management der bisher in einer Tochtergesellschaft geführten Passagierjet-Sparte mit der Leitung des Dachkonzerns zusammenzubringen. Enders will damit den Konzern beweglicher machen. Das Unternehmen beschäftigt gut 136 000 Mitarbeiter.

"Mit der Fusion wird das Unternehmen seinen Hauptsitz endgültig von Paris und München nach Toulouse verlegen und damit 325 Stellen verlagern", berichtete das Unternehmen. Auf Paris und München entfalle jeweils die Hälfte der verlagerten Stellen, ergänzte der Sprecher. Die verlagerten Stellen zählten nicht beim Stellenabbau.

Eine Einigung mit den Sozialpartnern über den Stellenabbau soll es bis Mitte kommenden Jahres geben. Gewerkschaften hatten in Frankreich bereits vor rund einer Woche darüber berichtet, dass bei dem Konzern über 1000 Stellen zur Disposition stehen.

In Frankreich sind beim Abbau rund 640 Stellen betroffen. Der Standort Suresnes bei Paris soll aufgelöst werden. In Spanien geht es um 39 Stellen, in Großbritannien um 54. Nähere Angaben zu den Standorten, die in Deutschland außer Ottobrunn betroffen sind, machte der Sprecher nicht. Die Verhandlungen mit den Sozialpartnern liefen. Insgesamt gehe es um Jobs in der Verwaltung der Forschung, nicht in der Produktion.

Enders erklärte, Airbus werde aus der Integration gestärkter hervorgehen. "Mit diesen schlankeren Strukturen werden wir die Leistung und Teamarbeit im Unternehmen weiter verbessern." Die Konzernzentrale des früheren deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmens war bereits vor drei Jahren nach Toulouse verlagert worden, wo auch die Flugzeugsparte sitzt.

Nach dem Triebwerk-Desaster beim Militärtransporter A400M und Produktionsproblemen beim neuen Langstreckenjet A350 steht das Unternehmen unter Druck. Hinzu kommt die schleppende Nachfrage beim Großraum-Jet A380. Zugleich kann der Konzern aber prall gefüllte Auftragsbücher für kleinere Passagierjets vorweisen.

Mitteilung Airbus

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Boeing vertagt Entscheidung über neuen Passagierjet

London (dpa) - Der weltgrößte Flugzeugbauer Boeing lässt sich mit der seit Jahren diskutierten Entwicklung eines mittelgroßen Passagierjets noch länger Zeit.
Boeing vertagt Entscheidung über neuen Passagierjet

Kunde freut sich auf Pizza „Grande“ und erlebt herbe Enttäuschung

Eine richtig große Spinatpizza wollte sich ein Twitter-User gönnen und besorgte sich eine Tiefkühlpizza von Dr. Oetker mit dem verheißungsvollen Namen „Grande“. Als er …
Kunde freut sich auf Pizza „Grande“ und erlebt herbe Enttäuschung

Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit

Bei Aldi Süd kaufte sich eine Kundin einen Snack für die Mittagspause. Doch was sie darin fand, verdarb ihr gründlich den Appetit. „Einfach nur ekelhaft“, schimpft sie …
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit

Post will Zusteller vom Vorruhestand ausschließen

Bonn (dpa) - Bei der Deutschen Post gibt es Streit darüber, welche Beschäftigten an dem Vorruhestandsprogramm für Beamte teilnehmen dürfen.
Post will Zusteller vom Vorruhestand ausschließen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.