Neues Konzept wird getestet

Diese Aldi-Filiale war bisher eine Notlösung - nun könnte sie zum Vorbild werden

Eine Filiale von Aldi Süd könnte nun Vorreiter eines neuen Konzepts des Discount-Giganten werden. Das Konzept soll nun ausführlich getestet werden. 

Frankfurt/Main - Eine ursprüngliche Notlösung könnte nun das Konzept der Zukunft des Discount-Giganten Aldi sein. Eine Filiale des Discounters in Frankfurt-Bockenheim hat nur etwa 80 Prozent des Sortiments eines normalen Aldis, das Konzept könnte aber aufgrund der deutlich geringeren Platzbeanspruchung gerade in Großstädten eine Option sein. 

Aldi-Filialen sind zumeist nach dem gleichen Muster aufgebaut - und haben das gleiche Sortiment, egal, ob man sich auf dem Land oder in der Großstadt befindet. Bis auf eine Ausnahme: In der Juliusstraße im Frankfurter Stadtteil Bockenheim steht die erste und bisher einzige Mini-Filiale des Discounters. 

Fläche der Mini-Filiale weniger als die Hälfte des Durchschnitts

Das Besondere: Kunden müssen auf ca. 20 Prozent des eigentlichen Standard-Sortiments eines Aldis verzichten. Die Filiale ist gerade einmal 500 Quadratmeter groß. Normale Filialen des Discount-Riesen verfügen im Durchschnitt über rund 1200 Quadratmeter. 

Weil der Konzern das Sortiment erweitert und die Filialen umbaut, war zunächst zu wenig Platz für die Frankfurter Filiale. Aldi kündigte daraufhin zunächst die Schließung an. Doch die Anwohner liefen Sturm, protestierten sogar mit der Sammlung zahlreicher Unterschriften - und bekamen als Lösung letztendlich zumindest die Mini-Filiale. 

„Es gilt nicht mehr: ganz oder gar nicht. Um in Großstädten Kunden zu erreichen, sind wir zu Kompromissen bereit. Wir sehen bei uns in der Region Potenzial für den ein oder anderen Standort in dieser Machart“, erklärt stellvertretend der Geschäftsführer der Region Butzbach in der Lebensmittelzeitung

Jüngst machte der Discounter aufgrund einer möglichen Zusammenlegung von Aldi Nord und Aldi Süd auf sich aufmerksam.

Discounter setzt auf Aufsätze in der Kühltheke

Bei der Auswahl müssen Kunden dann aber Abstriche machen, viele Produkte fallen aus dem Sortiment der Mini-Filiale. Ausnahme ist die Kühltheke, dort finden Aldi-Kunden auch weiterhin Milch, Joghurt, Käse und Co. Dafür gibt es in der Drogerie-Abteilung fast nur noch Eigenmarken. Und das Weinregal ist in etwa nur noch halb so groß. 

Und Aldi wird kreativ: Damit ausreichend Platz in der Mini-Filiale vorhanden ist, setzt der Discounter auf Aufsätze in der Kühltheke. 

Aldi-Süd-Filialen sucht man in deutschen Innenstädten bisher meist vergeblich. Das hat zahlreiche Gründe. Einer davon ist, dass große Einkaufsflächen benötigt werden, die der Discounter für seinen Betrieb benötigt. Die Miete in den Innenstädten ist entsprechend höher als außerhalb. Außerdem ist die Lieferung der Lebensmittel schwieriger. 

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Rubriklistenbild: © Norbert Saßmannshausen bei Facebook

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