Exklusiv-Dessert vor Gericht

Aldi vs. Winzerverband: Streit um „Champagner Sorbet“ geht weiter

Luxemburg - In der Weihnachtszeit 2012 hatte Aldi ein besonderes Dessert im Angebot: Das „Champagner Sorbet“sollte den Kunden die Festtage versüßen. Winzer waren dagegen empört und gingen vor Gericht.

Vor mehr als vier Jahren schon ist das letzte „Champagner Sorbet“ der Kette Aldi Süd auf unbekannten Zungen dahingeschmolzen - doch immer noch beschäftigt das Eisdessert die Gerichte. Am Donnerstag verhandelte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg darüber, ob die Discounterware mit einem Gehalt von zwölf Prozent Champagner die geschützte Herkunftsbezeichnung des edlen französischen Perlweins nutzen durfte. (Rechtssache C 393/16)

Winzerverband empört

Geklagt hat der französische Winzerverband „Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne“, der EU-Recht verletzt sieht. Nach einem Hin und Her der unteren Instanzen liegt der Fall inzwischen beim Bundesgerichtshof. Dieser bat den EuGH um Rat bei der Auslegung des Europarechts. Es geht insbesondere um die Vorschriften zum Schutz eingetragener Ursprungsbezeichnungen. Sie sollen verhindern, dass mit besonderen Traditionsprodukten unlauteres Marketing betrieben wird.

Aldi soll exklusives Image ausnutzen

Genau das beklagt der Winzerverband. Aldi und sein Lieferant bedienten sich zu Unrecht des exklusiven Images der Champagne für ihre Geschäfte, argumentierten seine Anwälte im Laufe der Instanzen. Verbandsvertreter Christian Josephi wollte sich auf Anfrage am Donnerstag nicht zum laufenden Verfahren äußern.

Auch Aldi Süd lehnte eine Stellungnahme ab, erklärte aber: „Den Artikel „Champagner-Sorbet“ hatten wir einmalig als Aktionsartikel zu Weihnachten im Dezember 2012 in unserem Sortiment. Seitdem bieten wir den Artikel nicht mehr an.“

Das Verfahren vor dem EuGH geht nach der mündlichen Verhandlung vom Donnerstag nach Angaben von Beteiligten am 20. Juli mit der Vorlage der Schlussanträge weiter.

dpa

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