«Global Wealth Reports 2018»

Börsenboom treibt Geldvermögen rund um den Globus

Etwa 80 Prozent der Vermögenssteigerung 2017 ist laut Allianz Folge der guten Börsenentwicklung. In Deutschland jedoch liegt viel Geld auf Tagesgeldkonten oder Sparbüchern - trotz mickriger Zinsen. Foto: Tobias Hase
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Etwa 80 Prozent der Vermögenssteigerung 2017 ist laut Allianz Folge der guten Börsenentwicklung. In Deutschland jedoch liegt viel Geld auf Tagesgeldkonten oder Sparbüchern - trotz mickriger Zinsen. Foto: Tobias Hase

Die Welt wird immer reicher. Vor allem Aktionäre profitieren. Deutschlands Sparer halten einigermaßen mit.

Frankfurt/Main (dpa) - Dank boomender Börsen sind die Vermögenden weltweit noch reicher geworden. Auf rund 168,3 Billionen Euro kletterte 2017 das Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte nach Berechnungen des Versicherungskonzerns Allianz. Das ist auf Jahressicht ein Plus von 7,7 Prozent.

2016 hatten sich die Vermögen auf Basis vergleichbarer Wechselkurse auf gut 156 Billionen Euro summiert. Seit 2008 ging es stetig nach oben.

Die jährliche Auswertung berücksichtigt Bargeld, Bankeinlagen und Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien. Netto, also abzüglich von Schulden, lagen die Geldvermögen in den 53 untersuchten Staaten Ende 2017 bei insgesamt 128,5 Billionen Euro.

«Trotz zunehmender politischer Spannungen war 2017 ein nahezu perfektes Jahr für die Anleger», bilanzieren die Studienautoren um Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Haupttreiber sei ein «synchroner Aufschwung rund um den Globus» gewesen. Bei der Vorstellung des «Global Wealth Reports 2018» in Frankfurt warnte Heise jedoch vor schwierigen Zeiten bei der Wertpapieranlage: «Die Zeichen stehen auf Sturm: Höhere Zinsen, Handelskonflikte und eine zunehmend populistische Politik verursachen Spannungen und Turbulenzen.»

Die höchsten Brutto-Geldvermögen pro Kopf hatten nach Allianz-Berechnungen Ende 2017 erneut die Schweizer mit 261.100 Euro, vor US-Amerikanern (208.500 Euro) und Dänen (154.560 Euro). Nach Abzug der Schulden liegen ebenfalls die Schweizer vorn mit 173.990 Euro netto, vor US-Amerikanern (168.640 Euro) und Schweden (98.380 Euro). Deutschland bleibt in der Rangliste der Länder mit den reichsten Privathaushalten im Mittelfeld: Beim Brutto-Geldvermögen pro Kopf belegt Europas größte Volkswirtschaft den 20. Platz (73.630 Euro), beim Netto-Geldvermögen ist es Platz 18 (52.390 Euro).

Allianz «Global Wealth Report 2018»

Kurse Deutsche Börse

Renditedreieck Deutsches Aktieninstitut

Mitteilung Aktieninstitut zu Aktionärszahlen 2017

Studie Aktieninstitut zu Aktionärszahlen 2017

Zeitreihe Leitzinsen der EZB

Sparbuch-Vergleich FMH Finanzberatung

Tagesgeld-Vergleich FMH Finanzberatung

DSGV-Vermögensbarometer 2017

Statistisches Bundesamt zu Inflation

Eurostat zu Inflation im Euroraum

Bundesbank zu Geldvermögen Q1/2018

Studie DZ Bank u.a. zu Sparquote

Statistisches Bundesamt: Zeitreihe Sparquote

EY: Wem gehört der Dax?

Mitteilung Union Investment zum Sparverhalten 19.9.2018

Allianz zu Vermögensrenditen in ausgewählten Euroländern

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