„Wertloses Stück Plastik“

Amazon bricht Versprechen an die Kunden: Beliebte Funktion abgestellt

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Amazon verkündet die Abschaffung eines Bestellvorgangs, der vor wenigen Jahren als revolutionär galt.

2015 hatte Amazon ein Konzept vorgestellt, das wie eine Revolution wirkte - jetzt wird es wieder eingestampft, was Amazon als Fortschritt verkauft.

Seattle/München - Amazon stampft eine vermeintliche Zukunftstechnologie wieder ein: Die „Dash-Buttons“, mit denen Kunden Alltagsartikel schnell nachordern konnten, werden in wenigen Wochen zu einem wertlosen Stück Plastik. Zum 31. August stellt Amazon ihre Funktion ein - obwohl das Unternehmen noch vor wenigen Monaten etwas anderes versprochen hatte.

Künftig wird es nach Angaben des Online-Riesen das Konzept nur noch im Internet geben. Virtuelle „Dash“-Bestellknöpfe auf der Amazon-Webseite oder in der App des Konzerns bleiben aktiv. Dasselbe gilt für den automatischen „Dash“-Nachbestelldienst in einigen Geräten. 

Um den Online-Telefonie-Anbieter Skype gibt es indes einen Skandal. Laut Medienberichten hören Mitarbeiter von Microsoft Gespräche der Nutzer ab.

Amazon bricht Versprechen und dreht es positiv: „Kunden müssen keinen Knopf drücken“

Amazon hatte den Verkauf neuer Bestellknöpfe schon im März eingestellt. Damals hieß es aus der Amazon-Zentrale noch: „Wenn man jetzt einen „Dash“-Button zu Hause hat, bleibt er natürlich funktionsfähig.“ Nun erklärt Amazon aber, seit dem Verkaufsstopp habe die Nutzung der Hardware-Buttons „signifikant nachgelassen“. 

Die Abschaltung der physischen Knöpfe sei die „natürliche Weiterentwicklung“ des „Dash“-Programms: „Wir haben immer gesagt, dass wir uns eine Zukunft vorstellen, in der Kunden zu Hause keinen physischen Knopf drücken müssen, um Produkte nachzubestellen.“ Amazon hatte die Bestellknöpfe erst Anfang 2015 offiziell vorgestellt.

Video: Amazon-Innovation gescheitert

„Dash“-Buttons von Amazon zuletzt für 70 Produkte - es gab rechtlichen Ärger

Für Deutschland hat die Entscheidung eine zusätzliche Brisanz. Amazon hatte im Januar in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um die Knöpfe verloren. Die Richter entschieden, dass Amazon gegen Gesetze zum Online-Handel verstoße, weil beim Einkauf klare Informationen zu Inhalt, Preis und der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten. Die Buttons, die an eine Türklingel erinnern, haben nur das Logo des Anbieters eines Produkts und den Knopf, der eine Bestellung auslöst.

Amazon hatte die Buttons 2016 nach Deutschland gebracht. Zum Stopp des Verkaufs waren es rund 70 für diverse Artikel wie Waschmittel, Windeln, Kondome, Kaffee oder Kosmetik. Bastler funktionierten die Knöpfe aber zum Teil auch so um, dass sie damit zum Beispiel vernetzte Lampen im smarten Zuhause steuern konnten. Die speziell für solche Anwendungsfälle gedachte Version des Knopfs für Entwickler - der „AWS IoT Button“ - wird weiter angeboten.

Ärger gab es zuletzt auch um Amazons „Alexa“ - aus Sorge um den Datenschutz. Der Online-Riese will unterdessen auch gegen Produkt-Fälscher vorgehen

Eine neue Amazon-Kooperation dürfte Zeitschriftenhändler verärgern - denn der Konzern vertreibt nun über 500 Print-Magazine und erweitert damit sein Angebot.

Obwohl Horst Bergmann gar nichts im Internet bestellt hat, bekommt er immer wieder Pakete zugeschickt. Als der den Versandriesen Amazon kontaktierte, erhielt er eine überraschende Antwort. 

dpa/fn

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