Umsatz steigt aber kräftig

Amazon mit Gewinneinbruch - Bezos nicht mehr reichster Mann

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Amazon-Chef Jeff Bezos (53), der am Donnerstag an die Spitze der "Forbes"-Liste der Superreichen geklettert war, musste den Titel nach einigen Stunden schon wieder abgeben. Foto: Michael Reynolds

Rasantes Wachstum hat seinen Preis, zumindest bei Amazon. Der weltgrößte Internethändler expandiert in viele Richtungen und nimmt dafür massiv Geld in die Hand. Die hohen Ausgaben nagen am Gewinn.

Seattle (dpa) - Hohe Ausgaben haben Amazon im zweiten Quartal einen überraschend starken Gewinnrückgang eingebrockt.

Verglichen mit dem Vorjahreswert schrumpfte der Überschuss um 77 Prozent auf 197 Millionen Dollar (169 Mio Euro), wie der Online-Handelsriese mitteilte.

Die Prognosen der Analysten wurden damit klar verfehlt. Die Erlöse stiegen allerdings um 25 Prozent auf 38 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Markterwartungen.

Der Konzern von US-Unternehmer Jeff Bezos, der laut "Forbes"-Magazin mit einem Vermögen von über 90 Milliarden Dollar neuerdings der reichste Mensch der Welt ist, nimmt hohe Kosten für die Expansion in Wachstumsmärkte in Kauf.

Unterdessen musste Bezos (53), der am Donnerstag an die Spitze der "Forbes"-Liste der Superreichen geklettert war, den Titel nach einigen Stunden schon wieder abgeben.

Der langjährige Spitzenreiter, Microsoft-Gründer Bill Gates, konnte bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) wieder an Bezos vorbeiziehen. Bezos' Vermögen als dann zweitreichster Mann der Welt lag am Freitagmorgen bei 88,7 Milliarden Dollar (75,7 Mrd Euro).

Grund für Bezos' Abwertung war der überraschend starke Gewinnrückgang bei Amazon im zweiten Quartal. Verglichen mit dem Vorjahreswert schrumpfte der Überschuss des Unternehmens um 77 Prozent auf 197 Millionen Dollar (169 Mio Euro). Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Geschäftszahlen: Die Amazon-Aktie fiel nachbörslich um mehr als zwei Prozent.

US-Medien zufolge lag Bezos bereits mit Börsenschluss am Donnerstag wieder auf den zweiten Platz der Milliardärs-Liste des "Forbes"-Magazins.

Im vergangenen Monat sorgte Amazon zudem mit der Ankündigung für Aufsehen, die amerikanische Öko-Supermarktkette Whole Foods inklusive übernommener Schulden für 13,7 Milliarden Dollar zu kaufen. Damit dringt der Online-Gigant, der in Seattle auch schon länger ein eigenes Konzept für den stationären Lebensmittelverkauf erprobt, tief in den klassischen US-Einzelhandel vor.

An der Börse ist Amazon ohnehin berüchtigt für hohe Ausgaben, die Löcher in die Bilanz reißen, aber auch zuverlässig den Umsatz ankurbeln. In den letzten Quartalen hatte der Konzern jedoch auch unter dem Strich häufig überzeugt, so dass der Gewinneinbruch für Finanzprofis nun unerwartet kam. Immerhin schaffte Amazon bereits das neunte Vierteljahr mit schwarzen Zahlen in Folge, während früher oft Verluste gemeldet wurden.

Die Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS), ein immer wichtigeres Standbein des Konzerns, floriert indes weiter. Im vergangenen Quartal stiegen die Erlöse hier im Jahresvergleich um 41 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Im Vorquartal hatte das Wachstum allerdings noch bei 43 Prozent gelegen. Das hochprofitable Geschäft mit IT-Diensten und Rechenleistung aus dem Netz ist schon länger eine Ertragsperle.

Amazon-Mitteilung

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