Börse in Frankfurt

Dax wenig bewegt

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Der Dax ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Dienstag in einem trägen Handel kaum vom Fleck gekommen. Mit plus 0,04 Prozent auf 13.456,49 Punkte ging der deutsche Leitindex über die Ziellinie.

Die Hängepartie etwas unterhalb seines Rekordhochs bei 13.596 Punkten ging damit weiter. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verbuchte einen Zuwachs von 0,20 Prozent auf 28.462,47 Zähler.

Zur Wochenmitte steht mit der Unterzeichnung eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China der wohl wichtigste Kurstreiber der vergangenen Monate an. Insgesamt seien die Investoren mit Blick auf dieses Ereignis und die beginnende Berichtssaison noch etwas skeptisch, hieß es aus dem Handel.

Volkswirt Carsten Mumm vom Bankhaus Donner & Reuschel nannte die Vertragsinhalte des Abkommens "überschaubar". Ungleich schwieriger dürften die künftigen Verhandlungen werden, wenn es um den Schutz von Eigentumsrechten, unbeschränkten Marktzugang und Wettbewerbsverzerrung durch staatliche Unterstützung für Unternehmen gehe.

Ein starkes Geschäftsjahr der US-Großbank JPMorgan trieb am Dienstag auch den Kurs der Deutschen Bank um 2,28 Prozent nach oben. Vor allem im Geschäft mit festverzinsten Wertpapieren hatte das Wall-Street-Haus im Schlussquartal exzellent verdient.

Ein positiver Kommentar von Goldman Sachs zu Adidas und Puma verhalf beiden Aktien zu Höchstkursen. Zum Handelsende stiegen Adidas im Dax um 1,33 Prozent und Puma im MDax um 2,72 Prozent, womit sie in ihren Indizes jeweils unter den Favoriten waren.

Top-Wert im Dax waren wie schon zum Wochenauftakt die Anteile des Zahlungsabwicklers Wirecard, diesmal mit plus 4,67 Prozent. Die Schlusslaterne hielten mit minus 2,89 Prozent die Aktien des Gesundheitsdienstleisters Fresenius. Analyst David Adlington von JPMorgan sprach nach einem Treffen mit Vorstandschef Stephan Sturm von einem "verhalten vorsichtigen Ton" des Managers.

Die Aktien von Evonik gaben am MDax-Ende um fast 4 Prozent auf 25,51 Euro nach. Am Vorabend hatte der Großaktionär RAG Stiftung ein Aktienpaket von 5,4 Prozent aller Evonik-Aktien zu 25,30 Euro je Anteil bei Investoren platziert. Dieses zusätzliche Angebot belastete den Kurs.

Die Salzgitter-Aktien sackten nach einer Prognoseanpassung als abgeschlagenes Schlusslicht im SDax um 11,80 Prozent ab. Der Stahlhersteller muss insgesamt fast 200 Millionen Euro abschreiben. Südzucker fielen nach Quartalszahlen zunächst deutlich ab, machten am Ende des Tages ihre Verluste aber nahezu wett.

Der EuroStoxx 50 sank um 0,13 Prozent auf 3774,88 Punkte. Die Leitbörsen in Paris und London schlossen dagegen leicht im Plus. In New York befand sich zum europäischen Handelsschluss der Dow Jones Industrial mit über 29.000 Punkten weiter auf Rekordjagd.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen gaben am Dienstag nach. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,23 Prozent am Montag auf minus 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,04 Prozent auf 143,62 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,06 Prozent auf 170,97 Zähler. Der Euro kostete zuletzt 1,1129 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1115 (Montag: 1,1126) US-Dollar festgesetzt und der Dollar somit 0,8997 (0,8988) Euro gekostet.

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