Ruppiger Sozialkonflikt

Arbeiter zerstören Maschinen aus Protest gegen Schließung

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Mitarbeiter des französischen Autozulieferer GM&S zerstörten in La Souterraine Produktionsmittel und Maschinen aus Protest gegen die drohende Schließung ihres Unternehmens. Foto: Pascal Lachenaud

Paris (dpa) - Aus Protest gegen die drohende Schließung haben Mitarbeiter eines französischen Autozulieferers Maschinen zerstört. Außerdem verkündeten sie, dass sie die Fabrik mit Gasflaschen und Benzinkanistern "vermint" hätten.

"Wir sind am Ende", sagte der Gewerkschafter Patrick Brun dem Sender BFMTV. "Wir wollen Lösungen." Das Unternehmen GM&S mit rund 280 Mitarbeitern im zentralfranzösischen La Souterraine nördlich von Limoges steht laut Medienberichten seit einigen Monaten unter Insolvenzverwaltung.

"Wenn wir liquidiert werden, wird kein Werkzeug die Fabrik verlassen," sagte ein weiterer Gewerkschafter zu BFMTV. Die zwei Maschinen wurden bereits am Donnerstag zerstört, wie der Sender France Bleu berichtete. Die Gewerkschaften fordern von den Autoherstellern PSA und Renault ein Entgegenkommen zur Rettung des Zulieferers. "Man muss uns die Wahrheit sagen", so Patrick Brun. "Entweder gibt es ein Projekt zum Neubeginn, oder wir gehen direkt auf die Liquidierung zu."

In Frankreich kommt es bei Sozialkonflikten häufiger zu ruppigen Protestaktionen - so wurden in der Vergangenheit schon mal Manager als Geiseln genommen, einem Air-France-Manager rissen Demonstranten 2015 das Hemd in Fetzen.

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