Softwareupdate

Audi will europaweit 850 000 Diesel sauberer machen

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Über ein Softwareupdate soll das "Emissionsverhalten" von Sechs- und Achtzylinder-Dieselmotoren der Abgasnormen Euro-5 und Euro-6 verbessert werden. Foto: Christoph Schmidt

Die Autoindustrie steht unter politischem Druck, Dieselabgase zu reduzieren. Nach Mercedes will nun auch Audi europaweit Motoren nachbessern. Ein Pflicht-Rückruf bei VW soll bald abgeschlossen sein.

Berlin/Ingolstadt (dpa) - In die Abgas-Nachrüstung von Dieselautos für sauberere Luft in großen Städten kommt zusehends Bewegung. Vor einem Spitzentreffen von Bundesregierung, Ländern und Autobranche am 2. August kündigte nun auch Audi ein kostenloses Software-Update an.

Damit sollen bis zu 850 000 Wagen der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 nachgebessert werden, wie die VW-Tochter am Freitag in Ingolstadt mitteilte. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Autokonzerne darüber hinaus auch bei neuen Projekten für eine umweltfreundlichere Mobilität in Städten finanziell mitverpflichten.

Wie Audi erläuterte, soll das Update für Kunden in Europa und anderen Märkten außerhalb der USA und Kanadas verfügbar sein. Der Service gelte auch für Modelle der Marken Porsche und Volkswagen, die mit baugleichen Motoren ausgerüstet sind. Am Dienstag hatte bereits Daimler angekündigt, europaweit drei Millionen Dieselfahrzeuge nachrüsten zu wollen. BMW bleibt bei der ursprünglichen Offerte, Euro-5-Motoren in Deutschland für die Kunden kostenlos nachzurüsten. Der Münchner Autohersteller geht von "mindestens 350 000 Fahrzeugen" aus, die nachgerüstet werden können, wie ein BMW-Sprecher sagte.

Dobrindt kündigte an, dass es beim "Diesel-Gipfel" am 2. August auch um einen Fonds in dreistelliger Millionenhöhe gehen soll, der vom Bund und der Autoindustrie finanziert wird. Damit könnten eine Bündelung von Lieferverkehren oder die Vernetzung von Ampeln gefördert werden. "In den Städten muss wieder grüne Welle herrschen", sagte er dem "Focus". Straßen sollten aus- statt zurückgebaut werden.

Der Pflicht-Rückruf für 2,4 Millionen Diesel von Volkswagen, aus denen eine illegale Motor-Software entfernt werden muss, soll bis zum Herbst abgeschlossen werden. Das bestätigte der Konzern am Freitag. Auch das Bundesverkehrsministerium rechnet damit im Laufe des Jahres.

Ende Juni waren in Deutschland mehr als 1,7 Millionen betroffene Fahrzeuge umgerüstet. Zuvor hatte die EU-Kommission erneut zu Tempo gemahnt. Letztendlich sollten nicht konforme Wagen ab 2018 aus dem Verkehr gezogen werden, heißt es nach dpa-Informationen in einem Brief von EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. Zuerst berichteten "Wirtschaftswoche" und "Süddeutsche Zeitung" darüber.

Dobrindt bekräftigte im "Focus", den Diesel werde es noch viele Jahre als Übergangstechnologie geben. "Das sind sparsame, hocheffiziente Kraftpakete." Volkswagen-Chef Matthias Müller warnte angesichts der Diskussion um Fahrverbote in Innenstädten: "Die gegen den Dieselmotor laufende Kampagne ist heftig, der Marktanteil des Diesels rückläufig." Die neuesten Diesel-Generationen seien aber "sehr gut", vor allem beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid-Gases (CO2), sagte Müller der "Neuen Zürcher Zeitung" (Freitag).

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