Zahl der Geschäfte sinkt

Ausbleibende Kundschaft bereitet kleinen Schuhläden Sorgen

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Viele Schuhhändler beklagen sich über Umsatzeinbußen. Foto: Maja Hitij

Leere Innenstädte machen vor allem kleinen Schuhläden zunehmend zu schaffen. Im Kaufverhalten von Männern und Frauen bestätigt sich indes ein Klischee.

Düsseldorf (dpa) – Ausbleibende Kunden in den Innenstädten setzen vor allem kleine Schuhläden zunehmend unter Druck. Im vergangenen Jahr verzeichneten nach aktuellen Zahlen des Bundesverbands des deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) fast zwei von drei Händlern (63 Prozent) eine gesunkene Kundenfrequenz.

Knapp jeder fünfte Ladenbesitzer (18 Prozent) musste sogar einen "stark gesunkenen" Kundenstrom verbuchen. Lediglich etwa jeder Siebte (14 Prozent) konnte mehr Kauflustige in seinem Laden begrüßen.

Vor allem kleine Fachgeschäfte hätten es schwer, teilte BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski in Düsseldorf anlässlich der Fachmesse Gallery Shoes (bis 13. März) mit. Besonders zu schaffen machte den Läden dabei das Ausbleiben der für die Branche wichtigen Spontankäufer.

Dabei liefen auch Bemühungen zur Belebung der Innenstädte öfter ins Leere. "Manchmal kommt dann trotzdem keiner, oder es kommen nur wenige", sagte sie. Maßnahmen wie verkaufsoffene Sonntage oder die Abschaffung von Parkgebühren seien dagegen aus Sicht des Handels vielversprechend.

Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2016 war die Zahl der Schuhläden in Deutschland im Vergleich zum Jahr zuvor weiter um 5,3 Prozent auf rund 4000 Geschäfte zurückgegangen. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Bei durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben von 147 Euro im Jahr sei der Durchschnittsbon in den Geschäften leicht gestiegen, sagte Wischnewski. Während Männer im Schnitt 71,70 Euro in ein Paar neue Schuhe investierten, kämen Frauen mit durchschnittlich 67,80 Euro etwas günstiger weg. Mehr als ausgeglichen werde dieser Unterschied jedoch von der Kauffreudigkeit der Frauen, die sich im Schnitt pro Jahr vier Paar neue Schuhe zulegten, währen Männer lediglich auf durchschnittlich 2,5 Neuanschaffungen kämen.

Erste Anlaufstelle bleibt dabei der Schuhfachhandel mit einem Anteil von 61,3 Prozent aller verkauften Schuhe. Etwa jedes elfte Paar (8,9 Prozent) wird jedoch im Lebensmittelhandel, vor allem bei den Discountern gekauft. 20 Prozent entfallen auf den Internethandel.

Im Trend liegen dabei nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Schuhindustrie weiter Sneaker. Besonders modebewusste Schuhkäufer sollten nach Schuhen mit bis zu sieben Zentimeter hohen Plateausohlen, sogenannten Wolkenschuhen, Ausschau halten, riet die Trendexpertin des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS), Claudia Schulz.

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