GDL-Chef vor Ankündigung

Deutsche Bahn: Streiks bereits am Montag? Die Vorzeichen verdichten sich

Claus Weselsky: Im Tarifkonflikt mit der Bahn fährt der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL einen harten Kurs.
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Claus Weselsky: Im Tarifkonflikt mit der Bahn fährt der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL einen knallharten Kurs.

GDL-Chef Claus Weselsky gibt sich kampfbereit. Am Freitag hat der Gewerkschafter zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dann dürften die Lokführer die nächste Streikwelle einläuten.

München - Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn spitzt sich die Lage weiter zu. Nach der Lokführer-Gewerkschaft GDL droht nun auch noch die deutlich größere Bahngewerkschaft EVG indirekt mit Streiks. „Wir haben für unseren Tarifvertrag ein Sonderkündigungsrecht ausgehandelt für den Fall, dass es mit einer anderen Gewerkschaft wesentlich andere Regelungen gibt“, sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, der Rheinischen Post. „Diese Option werden wir ziehen, wenn es notwendig wird.“

Dazu könnte die Gewerkschaft auf die sogenannte Revisionsklausel zurückgreifen. Dabei sichern sich Gewerkschaften das Recht, geltende Tarifvereinbarungen zu kündigen, sofern eine Konkurrenz-Vertretung für ihre Beschäftigten deutliche bessere Konditionen ausgehandelt hat. Die EVG hatte sich mit dem Bahnvorstand im vergangenen Jahr angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage infolge der Corona-Krise* auf ein moderates Plus von 1,5 Prozent ab dem kommenden Jahr geeinigt.

Deutsche Bahn: Weselsky will auf einer Pressekonferenz über das weitere Vorgehen informieren

Die GDL will sich damit nicht zufriedengeben und drängt auf einen deutlich höheren Abschluss. Danach fordern die Lokführer ein Plus von 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Auch eine Nullrunde im laufenden Jahr will die GDL nicht akzeptieren – anders als die EVG. Die Bahn bietet bislang eine zweistufige Tariferhöhung mit einer Laufzeit von 40 Monaten. Das lehnt die GDL kategorisch ab.

Unterdessen bereitet sich die GDL auf weitere Arbeitsniederlegungen vor. Am Freitagvormittag will Gewerkschaftschef Weselsky auf einer Pressekonferenz um 11 Uhr über das weitere Vorgehen informieren. Beobachter erwarten, dass Weselsky dann weitere Arbeitskampf-Maßnahmen ankündigen dürfte.

Bei einer Einigung zwichen Bahn und GDL will die EVG ebenfalls streiken (Video)

Deutsche Bahn: Anzeichen für unmittelbar bevorstehende Streiks verdichten sich

Aus Bahnkreisen heißt es, der Termin sowie Weselskys jüngste Zusage, weitere Streiks früher als zuletzt mitzuteilen, deute auf Arbeitsniederlegungen „ab dem kommenden Montag“ (23. August) hin. Damit würden die Lokführer neben dem Berufsverkehr erneut auch Urlauber treffen, die in den Sommerferien auf die Bahn gesetzt haben.

Die Gewerkschaft hatte in der vergangenen Woche zwei Tage lang große Teile des Bahnverkehrs lahmgelegt. Diesen Streik hatte die GDL mit gerade 15 Stunden Vorwarnzeit angekündigt. Das hatte bei vielen Bahn-Kunden für großen Unmut gesorgt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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