Finanzgeschäfte

Bankhaus Metzler: Gute Chancen für Frankfurt wegen Brexit

"Frankfurt hat gute Voraussetzungen, der Standort hat durchaus etwas vorzuweisen", sagt Emmerich Müller. Foto: B. Metzler seel. Sohn & Co.
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«Frankfurt hat gute Voraussetzungen, der Standort hat durchaus etwas vorzuweisen», sagt Emmerich Müller. Foto: B. Metzler seel. Sohn & Co.

Die Briten wollen raus aus der EU - darauf muss sich auch die Finanzbranche auf der Insel einstellen. Profitieren könnte auch Frankfurt. Mit ersten Entscheidungen wird bald gerechnet.

Frankfurt/Main (dpa) - Frankfurt hat nach Einschätzung des Bankhauses Metzler gute Chancen, zum Brexit-Profiteur zu werden. «Es könnten insgesamt ein paar Tausend Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen», sagte Metzler-Partner Emmerich Müller.

«Frankfurt hat gute Voraussetzungen, der Standort hat durchaus etwas vorzuweisen.» Mit einer Welle von Verlagerungen von Finanzgeschäften von der Themse an den Main rechnet der Bankier allerdings nicht. «Da kann in London viel in Bewegung kommen - was nicht heißt, dass das so alles an einem Ort ankommt.» Denn auch andere Standorte bieten sich für den Fall des britischen Ausscheidens aus der Europäischen Union (Brexit) als Alternative an. «Aus Londoner Sicht spräche rational vieles für Frankfurt, emotional wollen viele eher nach Paris», sagte Müller.

Zudem werde die Londoner City nicht völlig bedeutungslos werden: «Der Finanzplatz London ist global so gut positioniert, das verändert sich nicht über Nacht.» Müller rechnet jedoch damit, dass in London tätige Banken bis zur Jahresmitte 2017 die Weichen stellen werden: «Ich glaube, dass spätestens im zweiten Quartal Entscheidungen in Londoner Banken fallen werden. Denn die Verlagerung von Aktivitäten braucht einen gewissen Vorlauf.»

Sorge bereiten dem Bankier Ankündigungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump, die nach der jüngsten Finanzkrise verschärften Regeln für Banken wieder zu lockern - und die Gefahr, dass das Schule macht. «Problematisch wäre es, wenn wir wieder in eine Situation eines Regulierungswettbewerbs hineinlaufen würden», warnte Müller.

Die US-Bankenindustrie sei ohnehin global der Gewinner seit der Finanzkrise - das hätten inzwischen auch viele Politiker in Europa erkannt. «Wir bekommen ganz viele Regulierungsimpulse aus verschiedenen Richtungen. Allmählich scheint die Politik verstanden zu haben, dass das zum Teil kontraproduktiv ist», sagte Müller.

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