T1-E-Terminal zum halben Preis

Am Hauptstadtflughafen soll billiger gebaut werden

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Immer noch nicht fertig: Bauarbeiter im Hauptstadtflughafen BER. Foto: Bernd Settnik

Der BER ist nicht fertig, aber schon zu klein. Daher wird der Ausbau geplant - jedoch für kleineres Geld als bisher. Flughafenchef Lütke Daldrup muss sich derweil Fragen zu Beraterverträgen gefallen lassen.

Berlin (dpa) - Beim weiteren Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens wollen die Verantwortlichen stärker auf die Kosten achten. Das geplante zusätzliche Abfertigungsgebäude neben dem Hauptterminal wird nun mit rund 100 Millionen Euro veranschlagt und würde damit halb so teuer wie bislang geplant.

Das kündigte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung an. Der Bau mit dem Kürzel T1-E für sechs Millionen Passagiere im Jahr soll Anfang 2020 fertig sein, ein Jahr früher als zuletzt geplant.

Der frühere Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte den Bau schon als "Low-cost-Terminal" konzipiert. Einsparungen soll nun Modulbauweise in Industriebaustandard ohne Totalunternehmer bringen.

Auch der spätere Ausbau des zu klein geratenen Flughafens nach 2025 soll demnach preisgünstig und zudem aus Eigenmitteln des Unternehmens erfolgen. Ein Masterplan dafür soll bei der Aufsichtsratssitzung am 7. Juli besprochen werden. "Wir werden keine hochkomplexen Gebäude mehr konzipieren, die einen so hohen Standard haben, dass man sie am Ende nicht beherrschen kann", sagte Lütke Daldrup mit Blick auf das Hauptterminal.

Es kann nach zahlreichen Umplanungen, Technikproblemen und Baumängeln seit über fünf Jahren nicht in Betrieb gehen. Das Kostenrahmen wuchs seit Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro. Einen Eröffnungstermin will Lütke Daldrup im Sommer nennen. Erklärtes Ziel ist ein Start 2018. Sicher ist das aber noch nicht. Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider bekannte, dass in der Sitzung "keine gewaltigen Fortschritte" auf der Baustelle zu verzeichnen waren.

Kritik an einem Beratungsvertrag für den früheren SPD-Sprecher Lars Kühn wies Lütke Daldrup zurück. Kühn soll Ex-SPD-Staatssekretär sechs Tage im Monat bei der strategischen Kommunikation beraten. Der Tagessatz liegt laut "Bild am Sonntag" bei 2000 Euro. Das Parteibuch sei nicht entscheidend, das Honorar marktüblich, sagte Lütke Daldrup.

Er gab zudem bekannt, dass für die operative Kommunikationsberatung einen Vertrag mit der Agentur MSL gebe. Deren Geschäftsführer Axel Wallrabenstein gilt als CDU-nah. Die Flughafengesellschaft habe ein Jahresbudget von 200 000 Euro für externe Kommunikationsberatung.

Im laufenden Geschäft profitiert die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH von steigenden Passagierzahlen an den Bestandsflughäfen in Tegel und Schönefeld. Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich gegenüber 2015 um 28 Prozent auf 109 Millionen Euro. Weitere Zahlen wurden nicht genannt. 2015 hatten die Belastungen durch die Baustelle unterm Strich für ein Minus von 138 Millionen Euro gesorgt. Lütke Daldrup sagte, der Fehlbetrag sei 2016 geringer ausgefallen.

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