Prozess in Essen

Klimaklage gegen RWE: Peruanischer Bergbauer gescheitert

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Der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya und seine Anwältin im Essener Landgericht. Foto: Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Ein peruanischer Bergbauer will den Energieriesen RWE für die Folgen des Klimawandels verantwortlich machen. Seine Klage auf 20 000 Euro Schadenersatz wird zwar abgewiesen. Doch der Mann will weiter kämpfen.

Essen (dpa) - Der peruanische Bergbauer Saul Lliuya ist mit seiner Klimaklage gegen den Essener Energiekonzern RWE gescheitert. Das Essener Landgericht wies die Forderung von rund 20 000 Euro Schadenersatz zurück.

Die Erklärung: RWE könne nicht pauschal für eine möglicherweise drohende Umweltkatastrophe in der Heimat des Klägers verantwortlich gemacht werden, so die Richter.

Lliuyas Anwältin Roda Verheyen kündigte nach der Entscheidung an, "höchst wahrscheinlich" Berufung beim Oberlandesgericht in Hamm einzulegen, um dort die Argumente "noch besser verständlich" zu machen. Auch Saul Lliuya selbst gab sich weiter kämpferisch.

Die Bonner Umweltorganisation Germanwatch zitierte den Bauern in einer Pressemitteilung mit den Worten: "Als Bergführer bin ich lange und steinige Wege gewohnt. Da darf man sich von Hindernissen nicht entmutigen lassen." Ihm gehe es weiterhin um Gerechtigkeit für seine Familie und die vielen anderen Einwohner seiner Heimatstadt Huaraz.

Saul Lliuya fürchtet, dass der Klimawandel und die damit verbundenen steigenden Temperaturen die Andengletscher immer weiter abschmelzen lassen. Oberhalb seiner Heimatstadt befindet sich ein See, der immer größere Wassermassen aufnehmen muss und deshalb - so die Befürchtung von Umweltschützern - irgendwann die Stadt Huaraz überfluten wird. Von RWE verlangte der Bauer deshalb die Finanzierung von Schutzmaßnahmen. Denn weil der Energiekonzern weltweit für rund 0,5 Prozent der ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich sei, müsse er sich auch an den Folgekosten des Klimawandels beteiligen.

Das Essener Landgericht urteilte jedoch, es fehle an einer "rechtlichen Kausalität". Die Anwälte von RWE hatten in der mündlichen Verhandlung im November argumentiert, neben Kraftwerken würden ja zum Beispiel auch Autos und Flugzeuge Kohlendioxid ausstoßen. Daher könne man den Grad der Beteiligung des Essener Konzerns gar nicht sicher bemessen. Bezogen auf die Gefahr einer möglichen Flutgefahr in den peruanischen Anden erklärten die Richter in ihrer Entscheidung, eine solche sei RWE nicht individuell zuzuordnen. "Auf der ganzen Welt gibt es Millionen und Milliarden von CO2-Emittenten", sagte der Vorsitzende Richter Klaus Werner Krüger.

Germanwatch-Mitteilung

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