Nach Kartellvorwürfen

Bericht: BMW setzt Kooperationsgespräche mit Daimler vorläufig aus

München - Die neuen Kartellvorwürfe zeigen schon Wirkung: Der Autobauer BMW hat einem Medienbericht zufolge aktuelle Kooperationsgespräche mit dem Rivalen Daimler vorläufig ausgesetzt.

Damit reagiere der Autobauer auf die Kartellvorwürfe gegen die deutschen Autohersteller, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch). Konzernkreise hätten entsprechende Angaben aus Branchenkreisen zur Einstellung von Gesprächen bestätigt.

Einen Vorstandsbeschluss bei BMW gebe es zwar nicht, das Management wolle aber die Zusammenarbeit kritisch hinterfragen. Betroffen sind demnach mehrere Bereiche, unter anderem der gemeinsame Einkauf von Autoteilen bei Zulieferfirmen. Ein geplantes Tankstellennetz für Elektroautos könne sich verzögern, hieß es in dem „SZ“-Bericht.

Zetsche: „Gespräche selbstverständlich im existierenden Rechtsrahmen“

Er rechne nicht damit, dass die Medienberichte zu möglichen Kartellvorwürfen große Auswirkungen auf Kooperationsgespräche unter den deutschen Autobauern haben, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. „Selbstverständlich haben wir all diese Gespräche und Überlegungen im existierenden Rechtsrahmen angestellt.“

Ein BMW-Sprecher wollte die „Spekulationen“ in der „Süddeutschen“ auf Anfrage nicht kommentieren. Aus Unternehmenskreisen hieß es, dass sich angesichts der Kartellvorwürfe bestimmte Kooperationsprojekte verzögern könnten. Offenbar will der Autobauer vorher abklopfen, ob bei neuen Kooperationen alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Daimler hatte nach Angaben des „Spiegel“, der die Kartellvorwürfe öffentlich machte, eine Art Selbstanzeige bei den Wettbewerbshütern eingereicht. Laut „SZ“ soll das offenbar bereits 2014 geschehen sein - damit sei Daimler dem Volkswagen-Konzern bei dessen mutmaßlicher Selbstanzeige zuvorgekommen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung

Die Opec hat ihr selbst auferlegtes Förderlimit zuletzt nicht voll ausgeschöpft. Das soll sich im kommenden Halbjahr ändern, einige Länder dürfen nun wieder mehr …
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung

EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft

Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. …
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft

EU setzt Zölle auf US-Produkte in Kraft - Trump droht mit Rache, Dax rutscht ins Minus

Die EU hat Zölle auf einige US-Produkte in Kraft gesetzt. Dies veranlasst US-Präsident Trump zu einem Tweet, in der er Rache ankündigt.
EU setzt Zölle auf US-Produkte in Kraft - Trump droht mit Rache, Dax rutscht ins Minus

Griechenland-Rettung vor dem Abschluss

Noch eine letzte Nachtsitzung, dann war das Paket geschnürt: Der Euro-Rettungsschirm für Griechenland wird eingeklappt - verbunden mit großen Hoffnungen für das …
Griechenland-Rettung vor dem Abschluss

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.