Rund 100 Milliarden Euro mehr

Bericht: Lockerung von Sparauflagen für Athen würde teuer

+
Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras verfolgt die Debatte über den Haushaft für 2017 im Parlament. Foto: Yannis Kolesidis

Berlin (dpa) - Eine Lockerung der Sparauflagen für Griechenland könnte Deutschland und andere europäische Geberländer nach Angaben aus dem Bundesfinanzministerium teuer zu stehen kommen.

Würde Griechenland in den kommenden Jahren statt eines Primärüberschusses von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung nur je 1,5 Prozent erwirtschaften, stiege der Finanzierungsbedarf des Landes auf mittlere Sicht um rund 100 Milliarden Euro. 

Darauf habe der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) im Haushaltssausschuss des Bundestages verwiesen, wie am Donnerstag in Koalitionskreisen in Berlin bestätigt wurde. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet. Den Mehrbedarf müssten die Geldgeber tragen. "Das käme in die Nähe eines neuen Hilfsprogramms", habe Spahn gesagt.

Der Primärüberschuss beschreibt das Plus in den öffentlichen Kassen vor Abzug des Schuldendienstes. Deutschland und andere Euro-Länder streiten seit Monaten mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Haushaltsvorgaben für Griechenland. Mit den von den Euro-Ländern geforderten Sparmaßnahmen soll das im vergangenen Jahr vereinbarte Ziel erreicht werden, von 2018 an einen Primärüberschuss von jeweils 3,5 Prozent zu erreichen. 

Im Mai hatten die Euro-Finanzminister erklärt, Athen müsse den Primärüberschuss "mittelfristig" bei 3,5 Prozent halten. Der IWF hält dieses Ziel für ökonomisch unsinnig und kaum erreichbar. Stattdessen plädiert der Währungsfonds für aus seiner Sicht realistischere Maßnahmen und einen Primärüberschuss von 1,5 Prozent. Auch das sei ambitioniert, aber möglich. Der IWF fordert auch rasche zusätzliche Schuldenerleichterungen der Europäer.

Erklärung Euro-Gruppe Mai 2016

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Lufthansa liebäugelt mit Übernahme des Norwegian

München/Frankfurt (dpa) - Die Lufthansa denkt über eine Übernahme des norwegischen Billigfliegers Norwegian nach. "Es steht eine weitere Konsolidierungswelle an.
Lufthansa liebäugelt mit Übernahme des Norwegian

Rewe-Tweet zur WM geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder

Ein eigentlich witzig gemeinter Tweet zum WM-Spiel Deutschland gegen Mexiko von Rewe ging nach hinten los. Wenig später löschte die Supermarkt-Kette ihn wieder und gab …
Rewe-Tweet zur WM geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder

Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden

Eigentlich sollte das Social-Media-Team von Lidl nur einen Eistee bewerben. Doch es bediente sich dabei an allseits bekannten Kevin-Witzen und ging damit möglicherweise …
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden

Spargelsaison endet: Riesige Mengen und günstige Preise

Spargelfreunde konnten sich dieses Jahr die Hände reiben: Das warme Wetter hat das Edelgemüse rekordverdächtig sprießen lassen - mit der Folge günstiger Preise.
Spargelsaison endet: Riesige Mengen und günstige Preise

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.