Dauerbaustelle BER

Berlins Flughafenchef Lütke Daldrup: "Unser Ziel ist 2018"

+
Der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hält an einer Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens im nächsten Jahr fest. Foto: Bernd Settnik

Im In- und Ausland ist die Dauerbaustelle BER mancherorts schon zum Gespött geworden. Der amtierende Flughafenchef macht klar: Eine erneute Verschiebung des Starts soll es mit ihm keinesfalls geben.

Berlin (dpa) - Der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld bei Berlin soll nach fünf geplatzten Eröffnungsterminen im nächsten Jahr endlich in Betrieb gehen. "Unser Ziel ist 2018", bekräftigte Airport-Chef Engelbert Lütke Daldrup in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Im Sommer wolle er dafür einen konkreten Terminplan vorlegen, der auch Zeitpuffer für unvorhergesehene Probleme enthalte. "Auf dieses Projekt schauen ganz Viele, nicht nur in Deutschland", betonte Lütke Daldrup. "Deshalb geht es auch um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen."

Der neue Flughafenchef gab sich zuversichtlich, dass der Brandschutz im Terminal nach dem Umbau funktioniert. Notwendige Rauchgasversuche stehen im zentralen Abschnitt nach seinen Worten aber noch aus. Lütke Daldrup versicherte, dass das Kostenziel von zuletzt 6,5 Milliarden Euro für den Bau Bestand haben werde. "Wir haben von den Gesellschaftern einen klaren Auftrag bekommen: Wir sollen mit dem beschlossenen Finanzrahmen zurechtkommen", erklärte der Manager.

"Ab 2021 wollen wir dann finanziell selbstständig sein, weil wir mit dem neuen Flughafen deutlich mehr Erträge als bisher erwirtschaften können. Es ist ausreichend Liquidität vorhanden, um den BER fertig zu bauen." Zudem sprach sich Lütke Daldrup gegen Forderungen aus, den Flughafen Tegel nach der Eröffnung des BER in Betrieb zu halten.

Man dürfe die Arbeit in der Flughafengesellschaft nicht allein anhand des Reizthemas Flughafenbau bewerten. Alles werde "häufig auf den BER und dessen Fertigstellung reduziert", meinte der Airport-Chef. "Das ist und bleibt auch das wichtigste Ziel. Aber gleichzeitig sind wir ein sehr wichtiger Arbeitgeber in der Region. Mit 33 Millionen Fluggästen jährlich und vielen Tausend Arbeitsplätzen sind wir mit den Standorten Tegel und Schönefeld der drittgrößte Flughafen in Deutschland. Wir sind also ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor."

Etappenerfolge auf dem langen Weg zur BER-Eröffnung müsse man auch sehen. "Bei dem teilweise katastrophalen Verlauf am Bau in der Vergangenheit ist verständlicherweise in den Hintergrund geraten, dass wir trotz alledem große Schritte vorangekommen sind", meinte Lütke Daldrup. "Wir haben den Flughafen zum ersten Mal seit dem Desaster von 2012 in einem baurechtlich genehmigtem Zustand. Das wird, bei aller berechtigten Kritik, leider oftmals übersehen."

Flughafen Pressemitteilungen

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung

New York (dpa) - Der milliardenschwere Finanzinvestor George Soros hat laut US-Medien einen Großteil seines Vermögens an seine Stiftung übertragen.
Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung

BGH zweifelt an Löschung von Markenschutz für Ritter Sport

Karlsruhe (dpa) - Der Bundesgerichtshof (BGH) zweifelt an zwei Entscheidungen über die Löschung von Markenschutzrechten für Ritter Sport und Dextro Energy.
BGH zweifelt an Löschung von Markenschutz für Ritter Sport

Thomas Cook gründet eigene Airline für Mallorca

Bad Homburg (dpa) - Der Reisekonzern Thomas Cook gründet mitten in der Neuordnung der deutschen Luftverkehrsbranche eine eigene Airline für die beliebte Ferieninsel …
Thomas Cook gründet eigene Airline für Mallorca

Bericht: VW kommt bei Billigautos für China und Indien voran

Wolfsburg (dpa) - Trotz der geplatzten Gespräche mit dem indischen Autobauer Tata kommt Volkswagen beim geplanten Einstieg ins Billigsegment voran. Zwei neue …
Bericht: VW kommt bei Billigautos für China und Indien voran

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.