Finanzen

Beschwerdestelle zu IBAN-Problemen noch immer gefragt

IBAN
+
Jahre nach Einführung der internationalen Kontonummer IBAN berichten Verbraucher in Deutschland immer noch von Problemen bei deren Akzeptanz.

Geld schnell über Grenzen von einem Konto aufs andere buchen - das ist die Idee des europäischen Zahlungsverkehrsraums Sepa. Die dafür geschaffene internationale Kontonummer funktioniert aber nicht immer.

Bad Homburg - Jahre nach Einführung der internationalen Kontonummer IBAN berichten Verbraucher in Deutschland immer noch von Problemen bei deren Akzeptanz.

Nach Angaben der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg werden etwa 100 Fälle pro Jahr gemeldet, in denen Verbraucher eine ausländische Bankverbindung bei bestimmten Unternehmen nicht für Zahlungen in Deutschland nutzen konnten, obwohl dies im Zahlungsverkehrsraum Sepa („Single Euro Payments Area“) ausdrücklich möglich sein soll. Seit der Einrichtung der Sepa-Beschwerdestelle der Wettbewerbszentrale Ende Mai 2017 gingen demnach etwa 650 Beschwerden ein.

„Es ist angesichts der Vielzahl an Transaktionen pro Tag kein Riesenproblem, aber es gibt immer wieder Einzelfälle, die für Verbraucher ärgerlich sind“, sagte Rechtsanwalt Peter Breun-Goerke von der Wettbewerbszentrale der Deutschen Presse-Agentur. „Unternehmen, die mit hohem finanziellen Aufwand die technische Infrastruktur bereitstellen, um die Akzeptanz aller Sepa-Konten sicherzustellen, erleiden zudem einen Wettbewerbsnachteil.“

Vor allem litauische Bankverbindungen betroffen

Probleme mit einer ausländischen IBAN habe es bei der Abwicklung von Lastschriften unter anderem bei Versicherern, Energieversorgern und Bausparkassen gegeben. So zum Beispiel, wenn in Deutschland tätige Arbeitnehmer aus dem europäischen Ausland Versicherungsbeiträge von ihrem Konto in der Heimat abbuchen lassen wollten, der Versicherer aber nur eine Bankverbindung in Deutschland akzeptierte. Zuletzt häuften sich nach Angaben von Breun-Goerke unter den Beschwerden Fälle, bei denen litauische Bankverbindungen betroffen waren.

„Die meisten Unternehmen sehen ihren Fehler ein. Da kommen wir dann in der Regel schnell zu vernünftigen Lösungen“, sagte Breun-Goerke. „Wir bestehen nicht darauf, dass die Unternehmen eine ausländische IBAN in einem automatisierten Verfahren akzeptieren. Sie müssen aber sicherstellen, dass Kunden auch eine ausländische Iban nutzen können.“ In 30 Fällen zog die Wettbewerbszentrale gegen die sogenannte IBAN-Diskriminierung vor Gericht. Bis auf einen Prozess seien alle gewonnen worden, bilanzierte Breun-Goerke.

Die IBAN („International Bank Account Number“) soll Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in derzeit 36 Ländern grenzüberschreitend standardisieren und so beschleunigen. In Deutschland hat die IBAN 22 Stellen. Seit dem 1. August 2014 ist das Format für Unternehmen und Vereine verpflichtend, Verbraucher müssen die IBAN seit dem 1. Februar 2016 nutzen. dpa

Mehr zum Thema

Top-Ökonom Hans-Werner Sinn kritisiert Energiepolitik: „Wir  ruinieren die deutsche Autoindustrie“
Wirtschaft

Top-Ökonom Hans-Werner Sinn kritisiert Energiepolitik: „Wir ruinieren die deutsche Autoindustrie“

Der Top-Ökonom Hans-Werner Sinn geht mit der Energiepolitik der Bundesregierung hart ins Gericht und fordert eine rasche Kehrtwende.
Top-Ökonom Hans-Werner Sinn kritisiert Energiepolitik: „Wir ruinieren die deutsche Autoindustrie“
Dax legt etwas zu - Impulse aus Übersee
Wirtschaft

Dax legt etwas zu - Impulse aus Übersee

Der Dax hat nach einem durchwachsenen Wochenauftakt etwas zugelegt. Der deutsche Leitindex stieg im frühen Handel am Dienstag um 0,48 Prozent auf 12.834,11 Punkte.
Dax legt etwas zu - Impulse aus Übersee
Bundesstiftung sieht große Potenziale beim Energiesparen
Wirtschaft

Bundesstiftung sieht große Potenziale beim Energiesparen

Deutschland muss weg von der Abhängigkeit von Erdgas - da ist nicht nur der Ausbau erneuerbarer Energiequellen notwendig, sondern auch Energiesparen. Experten sehen da …
Bundesstiftung sieht große Potenziale beim Energiesparen
Dallmayr stellt Kundschaft auf höhere Kaffeepreise ein – „Sonst gefährden wir unsere Existenz“
Wirtschaft

Dallmayr stellt Kundschaft auf höhere Kaffeepreise ein – „Sonst gefährden wir unsere Existenz“

Die Kaffeepreise sind dieses Jahr schon kräftig gestiegen. Und das dürfte nicht das Ende sein, erwartet auch das Münchner Traditionshaus Dallmayr.
Dallmayr stellt Kundschaft auf höhere Kaffeepreise ein – „Sonst gefährden wir unsere Existenz“

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.