Schon 2020 erste Impfungen?

Corona-Impfstoff: „Sind kurz davor, der Pandemie ein Ende zu bereiten“

In der Entwicklung einer Coronavirus-Impfung gibt es positive Nachrichten: Das Mainzer Unternehmen Biontech hat bereits mit der Massenproduktion eines Wirkstoffs begonnen.

Mainz - Das Mainzer Unternehmen Biontech einen Durchbruch verkündet. Der Impfstoff mit dem Namen „BNT162b2” funktioniere sehr gut. Sogar die Massenproduktion habe bereits begonnen. Das berichtet theeuropean.de. Der finale Genehmigungsprozess sei zwar beantragt, fehlt aber noch. Laut der europäischen Pharmaaufsicht EMA in Amsterdam werde der Impfstoff jetzt im sogenannten „Rolling-Review-Verfahren” geprüft.

Das bedeutet, dass Ergebnisse aus der klinischen Testung fortlaufend abgegeben und analysiert werden. Ob die EMA die Genehmigung erteilt, hängt von bisher positiven Ergebnissen der klinischen Studien ab. Man sei kurz davor, „dieser Pandemie ein Ende zu bereiten“, verkündete Biontech.

Coronavirus-Impfung noch 2020 wäre historischer Rekord

Tatsächlich wäre es äußerst ungewöhnlich, wenn schon wenige Monate nach dem Ausbruch der Pandemie ein Impfstoff verabreicht werden könnte. Denn im Normalfall dauert es mehrere Jahre, bis ein Impfstoff entwickelt und zugelassen ist. 

Doch auch Bundesgesundheitsminister Spahn zeigt sich optimistisch. „Stand jetzt würde ich davon ausgehen, dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen können“, sagte er bei einer Videokonferenz des ifo-Instituts. Zudem sei es möglich, dass wir „zu viel Impfstoff“ haben werden. Denn mehrere Firmen arbeiten derzeit an der Entwicklung einer Impfung

Biontech hatte im April als erstes deutsches Unternehmen die Genehmigung für klinische Studien erhalten. Inzwischen haben sich 37.000 Menschen bereit erklärt, an der Studie teilzunehmen. 28.000 Menschen hätten bereits in mehr als 120 Studienzentren die zweite Impfdosis erhalten, unter anderem in den USA, Brasilien, Südafrika und Argentinien.

Coronavirus-Impfung wird schon jetzt in großen Mengen hergestellt

Von insgesamt 20 Impfstoff-Kandidaten wurden vier klinisch erprobt, „BNT162b2“ sei „sehr aussichtsreich“ sagte Biontech-Chef und Mitgründer Ugur Sahin. Er sei überzeugt, dass „wir ein sicheres Produkt haben und in der Lage sind, die Effektivität zu demonstrieren.“ Er werde alle Datensätze vorlegen und transparent über Wirkung und Nebenwirkungen informieren.

Biontech ist so überzeugt von seinem Impfstoff, dass das Unternehmen die Produktionsstätte des Schweizer Pharmakonzerns Novartis mit 300 Mitarbeitern gekauft hat, um die Massenproduktion kurzfristig hochfahren zu können. Noch in diesem Jahr sollen 100 Millionen Impfdosen entstehen, im ersten Halbjahr 2021 weitere 250 Millionen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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