US-Finanzgigant

Blackrock: Gebührendruck erreicht auch Vermögensverwalter

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Händler verfolgen die Aktienkurse an der Börse in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler

Die Finanzbranche steht auf der Kostenbremse. Das geht auch an großen Spielern wie Blackrock nicht spurlos vorüber. Der US-Finanzriese will seinen Einfluss künftig stärker geltend machen.

Frankfurt/Main (dpa) - Blackrock rechnet wegen steigenden Kostendrucks mit einer Bereinigung des Marktes für Vermögensverwaltung. "An den Finanzmärkten trennt sich gerade die Spreu vom Weizen", sagte der Deutschland-Chef des weltgrößten Vermögensverwalters, Christian Staub, der Deutschen Presse-Agentur.

"Banken müssen Gebührenmodelle finden, die kompetitiv sind. Das ist ein ganz großer Kraftakt." Über Filialschließungen und automatisierte Prozesse versuche die Branche, Kosten zu senken. Der Wandel werde gerade in einem Bankenmarkt wie Deutschland, den "man getrost als over-banked bezeichnen" könne, Jahre brauchen.

"Der Gebührendruck wird natürlich auch uns als Vermögensverwalter weitergegeben", sagte Staub. Die Gebühren für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) seien bereits drastisch gesunken. "Das ist die Demokratisierung der Investmentwelt. Für Privatkunden ist das eine gute Sache, für die Anbieter eine Herausforderung", erklärte Staub. "Wir denken, dass sich über die nächsten Jahre in Europa noch sieben bis zehn Spieler halten werden, die ETFs anbieten." Derzeit seien es etwa 40 bis 50 Anbieter.

Der 1988 gegründete Finanzriese Blackrock verwaltet mit weltweit gut 13.000 Beschäftigten ein Vermögen von rund 5,12 Billionen Dollar (4,81 Billionen Euro). In Deutschland ist es nach Staubs Angaben derzeit ein "hoher zweistelliger Milliardenbetrag". Mit steigender Tendenz: "Deutschland ist für uns ein Wachstumsmarkt. Wir hatten in den vergangenen Jahren hier ein gutes, teils zweistelliges prozentuales Wachstum bei den Nettoneugeldern."

Investiert wird zum Beispiel in Immobilien in Deutschland. "Die enormen Zuwächse der vergangenen Jahre etwa in Frankfurt, München und Hamburg sind schwindelerregend, wenn man sie regional betrachtet", sagte Staub zur Entwicklung der Immobilienpreise. Im internationalen Vergleich jedoch sei der hiesige Markt immer noch nicht teuer. "Für Deutschland insgesamt sehen wir aktuell keine Preisblasen im Immobilienmarkt, was nicht ausschließt, dass es in einzelnen Märkten Exzesse gibt."

Staub wehrte sich gegen immer wieder erhobene Vorwürfe, Blackrock mit seinem engmaschigen Netz an Beteiligungen sei im Grunde eine mächtige Schattenbank. "Blackrock ist keine Bank. Wir betreuen Gelder unserer Kunden innerhalb sehr enger Grenzen. Der Mythos ist falsch, dass da irgendeiner in New York sitzt und sagt: Was kaufe ich heute?"

Der verschwiegene Vermögensverwalter will sich jedoch künftig häufiger auch öffentlich einmischen. "Wir denken darüber nach, künftig in Einzelfällen auch im Vorfeld, auch mal über die Öffentlichkeit Einfluss zu nehmen, wo wir sehen, dass Corporate-Governance-Grundsätze missachtet werden", sagte Staub. Den direkten Wechsel vom Vorstandsvorsitz an die Spitze des Aufsichtsrates eines Unternehmens etwa lehne Blackrock grundsätzlich ab. Auch beim Thema Vergütung müssten Exzesse vermieden werden.

"Erwarten Sie nicht den polternden Auftritt auf der Hauptversammlung", dämpfte Staub die Erwartungen. "Wir wollen als Investor aktiv sein, aber nicht aktivistisch. Einen Sitz im Aufsichtsrat, einen lautstarken Auftritt auf der Hauptversammlung - das ist nicht das, was Blackrock anstrebt, das ist auch nicht das, was unsere Kunden wollen."

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