Neue Zahlen

BMW verkauft mehr Autos - und macht trotzdem weniger Gewinn

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Der BMW-“Vierzylinder“ in München.

Der Autobauer BMW erlebt verrückte Zeiten. Einerseits verkaufen die Münchner mehr Autos - andererseits sinkt der Gewinn. Das ist der Grund:

München - BMW hat im zweiten Quartal zwar mehr Autos verkauft, aber beim Gewinn kräftig Federn gelassen. Der Gewinn vor Steuern fiel mit 2,05 Milliarden Euro um 28 Prozent geringer aus als vor einem Jahr, wie der Münchner Autobauer am Donnerstag mitteilte. Hauptgrund waren die weiter gestiegenen Investitionen in Zukunftstechnologien.

Die Kosten für Forschung und Entwicklung legten im zweiten Quartal um 6 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Die Investitionen in die Werke stiegen sogar um 39 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. BMW rüstet die Bänder für den parallelen Bau von Verbrenner-, Elektro- und Hybridautos um. „Der hohe Anteil an elektrifizierten Fahrzeugen trägt zudem zu höheren Herstellkosten bei. Ungünstige Wechselkurseffekte und höhere Rohstoffpreise wirkten zwischen April und Juni ebenfalls dämpfend auf das Ergebnis“, erklärte der Autobauer weiter.

BMW: Umsatz steigt, Betriebsergebnis bricht ein - Krüger sieht Unternehmen auf Kurs

Vor allem in China konnte BMW im zweiten Quartal mehr Autos verkaufen. Der Konzernumsatz stieg um knapp 3 Prozent auf 25,7 Milliarden Euro. Trotzdem brach das Betriebsergebnis ein, und unter dem Strich blieben nur noch 1,48 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern - 29 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Der scheidende Vorstandschef Harald Krüger sagte: „Wir liegen nach den ersten sechs Monaten auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.“ Mit neuen Modellen peilt das Unternehmen ein leichtes Absatzplus an, rechnet aber mit einem deutlichen schlechteren Konzernergebnis. Dazu trägt auch eine drohende Milliardenstrafe der EU-Kartellwächter für Absprachen mit den anderen deutschen Autobauern bei. Das Jahresergebnis ist dann aber Sache des neuen BMW-Chefs Oliver Zipse - er übernimmt in zwei Wochen die Führung des Konzerns.

BMW fährt bereits seit längerem einen Sparkurs und hatte zuletzt auch die Dividende gekürzt. Die neuen Modelle des Münchner Autobauers stoßen unterdessen nicht überall auf Gegenliebe. Auf ein Vorabfoto reagierten Fans im Netz mit massivem Spott.

BMW ist nach den Umstrukturierungen unter Druck: Gerüchte über einen drastischen Stellenabbau kursieren. Offenbar könnten auch tausende hochqualifizierte Mitarbeiter betroffen sein - zumindest in Form von Einschnitten bei Arbeitszeit und Gehalt.

dpa/fn

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