Weltweit 5000 Jobs streichen

Bombardier-Aufsichtsrat treibt Umbau voran

+
Arbeit im Bombardier Werk in Hennigsdorf (Brandenburg) in einer Montagehalle. Foto: Bernd Settnik/Illustration

Ende Juni sollen die Beschäftigten von Bombardier mehr wissen: Dann sollen Eckpunkte vorliegen, wie es mit ihren Arbeitsplätzen weitergeht. Der Aufsichtsrat sieht Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefordert.

Berlin (dpa) - Beim Umbau des Zugherstellers Bombardier Transportation in Deutschland will der Aufsichtsrat nicht mehr viel Zeit verstreichen lassen.

Das Kontrollgremium empfahl am Freitag, zur nächsten Sitzung am 29. Juni Eckpunkte für die Neuausrichtung vorzulegen. Aufsichtsratschef Wolfgang Tölsner betonte, das hänge erheblich davon ab, wie sehr die Beteiligten bereit seien, Lösungen zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zu finden.

Dabei dürfte es vor allem um Weiterbildungen und Umzüge von Mitarbeitern gehen, denn die Aufgaben zwischen den Standorten sollen teilweise neu sortiert werden. Die Zugsparte des kanadischen Flugzeug- und Bahnkonzerns Bombardier will weltweit 5000 Arbeitsplätze streichen. Wie sehr das die deutschen Standorte mit insgesamt 8500 Beschäftigten betrifft, ist noch Verhandlungssache.

Deutschlandchef Michael Fohrer hatte beispielsweise für die drei größten Standorte vorgeschlagen, in Hennigsdorf bei Berlin Züge zu entwickeln und nur noch Prototypen und Testfahrzeuge zu bauen. Die Serienfertigung soll demnach ins sächsische Bautzen gehen, Görlitz würde sich auf Aluminium-Wagenkästen spezialisieren.

Grundlage für die weiteren Verhandlungen soll aber Konzept eines externen Beraters sein, das der Aufsichtsrat am Freitag diskutierte. Bombardier-Sprecher Andreas Dienemann nannte keine Details des Konzepts. Nach seinen Angaben greift es viele Überlegungen Fohrers auf, es sollen aber auch Vorschläge der Arbeitnehmer einfließen. "Wir sind ein großes Stück weiter gekommen", sagte Dienemann.

Der IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Aufsichtsratsmitglied Olivier Höbel, sagte: "Der heute vorgelegte Zwischenbericht des externen Beraters hat eine Öffnung in der Diskussion im Aufsichtsrat ermöglicht." Erstmals würden Argumente zur Beschäftigungssicherung berücksichtigt. Höbel forderte den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und eine intelligente Personalpolitik.

Bei Bombardier in Deutschland waren erst im vergangenen Jahr 1430 Arbeitsplätze weggefallen, darunter viele von Leiharbeitern. Die Zugsparte macht insgesamt zwar Gewinn, bleibt in Deutschland aber hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Bombardier-Standorte in Deutschland

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu. Jetzt streiken die Flugbegleiter. 
Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Ryanair sagt für kommende Woche 600 Flüge ab

Bei Ryanair spitzt sich der Konflikt mit dem fliegenden Personal zu. Nach den irischen Piloten streiken nun die Flugbegleiter in mehreren europäischen Ländern. Die …
Ryanair sagt für kommende Woche 600 Flüge ab

Deutscher Aktienmarkt bleibt im Aufwind

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben auch zur Wochenmitte ihren Optimismus beibehalten. Der Leitindex Dax baute die Gewinne vom Vortag aus …
Deutscher Aktienmarkt bleibt im Aufwind

Continental spaltet Antriebssparte ab

Viele Zulieferer und Autobauer sind sich unsicher, was die Zukunft bringt. Manche spalten sich in einen chancenreichen und einen weniger zukunftsträchtigen Teil auf. …
Continental spaltet Antriebssparte ab

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.