IW-Bericht

Brexit schwächt britische Wirtschaft deutlich

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Dem IW-Bericht zufolge sind die Wachstumserwartungen für das britische Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum 2016 bis 2020 inzwischen um fünf Prozentpunkte niedriger als vor dem Brexit-Wahlkampf. Foto: Wolfgang Kumm

London/Köln (dpa) - Die wirtschaftlichen Folgen des britischen EU-Ausstiegs könnten weitaus drastischer sein, als es die jüngsten Wirtschaftszahlen aus London vermuten lassen. Das geht aus einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von dieser Woche hervor.

Der britische Finanzminister Philip Hammond hatte bei der Vorstellung des Haushalts Mitte der Woche leicht nach unten korrigierte Wachstumsprognosen für die nächsten Jahre vorgestellt.

Betrachtet man die Prognosen aber über einen längeren Zeitraum, zeigt sich ein anderes Bild: Dem IW-Bericht zufolge sind die Wachstumserwartungen für das britische Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum 2016 bis 2020 inzwischen um fünf Prozentpunkte niedriger als vor dem Brexit-Wahlkampf. Die Prognose für das Wachstum der Firmeninvestitionen für den gleichen Zeitraum ist sogar um 30 Prozentpunkte eingebrochen, das entspricht knapp drei Vierteln des erwarteten Wachstums.

Auch für die Konsumausgaben ergibt sich ein düsteres Bild - ihr erwarteter Anstieg verlangsamte sich ebenfalls um 5 Prozentpunkte. "Das ist zweifellos auch der Verunsicherung durch den Brexit zuzuschreiben", heißt es in dem IW-Bericht.

Grundlage für diese Einschätzung sind Zahlen des Office for Budget Responsibility, einer unabhängigen britischen Behörde. Die IW-Experten nahmen Zahlen vom Herbst 2015 - aus der Zeit vor dem Referendumswahlkampf - zur Grundlage ihrer Berechnungen. Damals waren die Experten noch weit optimistischer, was die Entwicklung der britischen Wirtschaft angeht. Doch das hat sich seitdem geändert. Die Wachstumsperspektiven seien dem IW-Papier zufolge seitdem immer weiter zurückgenommen worden.

"Der Brexit schwächt also schon in Gegenwart und naher Zukunft die ehemals so starke britische Wirtschaft", heißt es dort. Es ändere auch nichts, dass der Wachstumseinbruch für die unmittelbare Zeit nach dem Brexit-Votum geringer war als befürchtet. Befürworter eines britischen EU-Austritts hatten sich bereits in der Ansicht bestätigt gesehen, dass Warnungen vor den wirtschaftlichen Folgen des EU-Ausstiegs übertrieben gewesen seien. Stimmt nicht, sagen nun die IW-Experten.

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