Bericht bestätigt

Regierung will deutsche Firmen besser vor ausländischen Übernahmen schützen

+
Der Augsburger Robotik-Hersteller Kuka wurde im vergangenen Jahr von einer chinesischen Firma übernommen.

Die Bundesregierung will Übernahmen strategisch wichtiger Unternehmen durch Investoren aus Nicht-EU-Staaten in Zukunft strenger prüfen und gegebenenfalls verbieten.

Berlin - Die am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Neuregelung zielt etwa auf Rüstungsfirmen, aber auch auf kritische Infrastruktur wie Energie- und Wasserversorger, Krankenhäuser und Verkehrsbetriebe.

"In den letzten Jahren haben Unternehmenserwerbe in Zahl und Komplexität deutlich zugenommen", erklärte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Darauf müsse die Bundesregierung reagieren. "Deshalb haben wir den Umfang der sektorspezifischen Prüfung erweitert und bestimmte kritische Infrastrukturen aufgenommen."

Die Prüffristen für Übernahmen werden überwiegend auf vier Monate verdoppelt. Zudem wird mit der Verordnung klargestellt, dass dies auch sogenannte mittelbare Erwerbe betrifft - wenn also ausländische Investoren ein Unternehmen in der EU gründen und dann eine deutsche Firma kaufen wollen. "Außerdem wird die Prüfung in besonders sicherheitssensiblen Bereichen um zusätzliche Rüstungsunternehmen erweitert, die bestimmte Schlüsseltechnologien im Bereich der Verteidigung entwickeln oder herstellen", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium.

Reaktion auf Kuka-Übernahme

Die Verordnung folgt auf die umstrittene Übernahme des Augsburger Roboterherstellers Kuka im vergangenen Jahr. Damals hatte der chinesische Haushaltswaren-Hersteller Midea schrittweise die Mehrheit an dem Mittelständler erworben. Die Übernahme des deutschen Spezialunternehmens war hochumstritten, weil Roboter zunehmend im Zentrum von Fabriken stehen.

Aufsehen verursachte auch der Fall des Aachener Maschinenbauers Aixtron, der ebenfalls von chinesischen Investoren aufgekauft werden sollte. Seine Übernahme scheiterte an den USA, die "Risiken für die nationale Sicherheit" geltend machten und die Übernahme der dortigen Aixtron-Tochter untersagten.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -

Die USA sind eher ein Land der Spritschlucker und dicken Geländewagen - bisher. VW setzt aber darauf, dass sich die Kunden mehr in Richtung E-Auto orientieren. Die …
VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -

Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus

Frankfurt/Main (dpa) - Kursverluste des Euro haben den Dax am Dienstag wieder gestützt. Der deutsche Leitindex rückte um 0,35 Prozent auf 13 246,33 Punkte vor und machte …
Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus

Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein

Mitte Dezember steigt die Kryptowährung nach einem rasanten Höhenflug zeitweise bis auf die Marke von 20.000 Dollar - seither verliert sie deutlich an Wert. Denn es gibt …
Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein

Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor

Die IG Metall gibt sich streikbereit. Mit vollen Kassen könne man jeden Streik in der Metall- und Elektroindustrie durchhalten. Doch Gewerkschaftschef Jörg Hofmann …
Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.