Öffentlicher Dienst

In diesen sechs Bundesländern wird weiter gestreikt

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Warnstreik im öffentlichen Dienst - Stuttgart

Berlin - Die Fronten scheinen verhärtet, der Druck wird erhöht: Zahlreiche Lehrer, Erzieher und Polizisten gehen vielerorts für mehr Geld auf die Straße. Ob es etwas bringt, wird sich frühestens Ende der Woche zeigen.

Ausgefallener Schulunterricht, geschlossene Kitas und protestierende Polizisten - im Tarifstreit des öffentlichen Diensts der Länder haben die Gewerkschaften am Dienstag ihre Warnstreiks fortgesetzt. Tausende Beschäftigte legten in sechs Bundesländern die Arbeit nieder - wenige Tage vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde.

In Berlin blieben zahlreiche Horte, Kindertagsstätten, Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen geschlossen. Auch in Bayern erschienen Mitarbeiter von Schulen, Horten und Kindertagesstätten nicht zum Dienst. An baden-württembergischen Schulen fanden nach Gewerkschaftsangaben rund 5000 geplante Stunden nicht statt. In Sachsen-Anhalt fiel der Unterricht an etlichen Schulen ebenfalls aus, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) berichtete.

Dritte Verhandlungsrunde startet am Donnerstag

Die Gewerkschaften wollen Verbesserungen von insgesamt sechs Prozent für bundesweit rund eine Million Angestellte der Länder und 2,2 Millionen Beamte sowie Pensionäre. Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt die Forderungen als zu hoch ab. Mit den Aktionen wollen die Landesbediensteten den Druck erhöhen.

Die dritte Verhandlungsrunde findet an diesem Donnerstag und Freitag in Potsdam statt. Ende Januar war die zweite Verhandlungsrunde erfolglos zu Ende gegangen.

Mehr als 200 Tarifbeschäftigte der Polizei und Angestellte städtischer Ämter legten nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bremen vorübergehend ihre Arbeit nieder. Auch in München beteiligten sich Polizisten an den Protesten. „Der öffentliche Dienst darf in der Einkommensentwicklung nicht länger hinter der Privatwirtschaft hinterherhinken“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow.

„Wir sind es wert - soziale Berufe aufwerten“

In Hamburg versammelten sich ebenfalls Streikende zu Protestaktionen. Die Gewerkschaften Verdi und GEW sprachen von etwa 1000 Demonstranten, die dort durch die Innenstadt zogen.

An einem Protestumzug vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor beteiligten sich in Berlin noch mehr Menschen. Tausende Demonstranten forderten lautstark eine bessere Bezahlung. Viele trugen Fahnen und Transparente. Auf einem Plakat stand: „Wir sind es wert - soziale Berufe aufwerten“. Bei der Abschlusskundgebung am Pariser Platz zählten Gewerkschaften und Polizei etwa 8000 Teilnehmer.

dpa

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