Rege Nachfrage

Butterpreis steigt bei Discountern auf Rekordhoch

+
Nach Daten des GfK-Milchexperten Helmut Hübsch hat sich der Butterpreis binnen eines Jahres nahezu verdoppelt: Foto: David Ebener

Fertigprodukte werden immer beliebter. Ob Pizza, Coffee to go oder Tiefkühltorte - in vielen Lebensmitteln stecken Milchprodukte. Das treibt die Preise, auch bei der Butter. Zumal die Milchmenge sinkt.

Düsseldorf (dpa) - Butter ist so teuer wie noch nie: Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd haben Anfang des Monats den Preis für Deutsche Markenbutter in der untersten Preislage erneut kräftig auf aktuell 1,49 Euro je 250-Gramm-Stück angehoben.

Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hat der Preis von Billig-Butter damit eine neue Rekordhöhe erreicht. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens GfK hat sich der Butterpreis in diesem Segment innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Die Landwirte dringen nach der schweren Milchmarktkrise darauf, dass ihre Erlöse weiter spürbar steigen.

An den Aldi-Preisen orientieren sich üblicherweise auch die Supermarkt-Riesen. Erst Anfang Mai hatten Aldi Nord und Aldi Süd den Preis für ihre Billig-Butter um 10 Cent beziehungsweise 8,4 Prozent auf 1,29 Euro je 250 Gramm angehoben. Anfang Juni wurde bei den beiden Discountern die Butter nun um weitere 20 Cent je 250-Gramm-Stück teurer. Das entspricht einem Plus von 15,5 Prozent.

Eine Sprecherin von Aldi Nord bestätigte am Donnerstag auf Anfrage die Preisanhebung, Aldi Süd äußerte sich hingegen nicht. Der Preis von 1,49 Euro je Stück Deutsche Markenbutter war aber auch dort am Regal und auf dem Kassenbon abzulesen.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter pochte angesichts der steigenden Preisentwicklung bei einer Reihe von Milchprodukten auf weitere Einkommensverbesserungen für die Landwirte: "Die Molkereien geben uns, was sie möchten, nicht was sie könnten", sagte ein Sprecher. Die Erlöse für Rohmilch seien zwar von gut 20 Cent je Kilogramm am Tiefpunkt der Krise inzwischen auf etwa 33 Cent je Kilogramm wieder gestiegen. "Um nachhaltig die Betriebe entwickeln zu können, brauchen wir eher 45 wie 40 Cent." In vielen Betrieben sei gegenwärtig an ein Abtragen der Kredite, die zum Überbrücken der Krise aufgenommen wurden, noch nicht zu denken.

AMI-Milchmarktexperte Andreas Gorn sah als einen wesentlichen Grund für den steilen Anstieg des Butterpreise, dass die Bauern weniger Milch bei den Molkereien anliefern. Hinzu komme eine rege Nachfrage nach Milchprodukten sowohl durch die Verbraucher als auch durch die Lebensmittel-Industrie. Die bisherige Höchstmarke bei Butter der untersten Preislage von umgerechnet 1,36 Euro je Stück aus dem Jahr 1983 sei nun übertroffen worden.

"Fett ist im Moment so teurer wie nie zuvor", sagte Gorn. In der nächsten Zeit werde sich daran voraussichtlich nichts ändern. Nach Daten des GfK-Milchexperten Helmut Hübsch hat sich der Butterpreis binnen eines Jahres nahezu verdoppelt: Im zweiten Quartal 2016 seien für Deutsche Markenbutter durchschnittlich noch 75 Cent je Stück bezahlt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Zahl der Fahrgäste in Bus und Bahn steigt weiter

Immer mehr Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel - aber nicht überall. Auch die Einnahmen steigen wegen höherer Ticketpreise. Aus Sicht der Branche reichen sie aber …
Zahl der Fahrgäste in Bus und Bahn steigt weiter

Studie für Geringverdiener: So unfair ist das Steuersystem

Die Bertelsmann-Stiftung hat Mehrarbeit und Lohnzuwächse bei Geringverdienern in Deutschland untersucht. Diese führen nicht unbedingt dazu, dass am Ende mehr Geld übrig …
Studie für Geringverdiener: So unfair ist das Steuersystem

Air-Berlin-Übernahme durch Lufthansa: Hindernis aufgetaucht

Nach der Insolvenz von Air Berlin steht eine Übernahme durch Lufthansa im Raum. Doch der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach, äußert Bedenken.
Air-Berlin-Übernahme durch Lufthansa: Hindernis aufgetaucht

Statistisches Bundesamt legt Erwerbstätigenzahlen vor

Wiesbaden (dpa) - Die gute Konjunktur sorgt für Rekorde am deutschen Arbeitsmarkt. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen gemessen am Vorjahreszeitraum um …
Statistisches Bundesamt legt Erwerbstätigenzahlen vor

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.