Aktie rauscht in den Keller

In Bedrängnis geratene Swedbank entlässt Chefin Bonnesen

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Die Niederlassung der Swedbank in Lettlands Hauptstadt Riga. Swedbank Chefin Birgitte Bonnesen muss gehen. Foto: Alexander Welscher

Eine Razzia und ausgeweitete Voruntersuchungen brachten das Fass zum Überlaufen bei der schwedischen Bank. Nun muss die dänische Vorstandschefin ihren Platz räumen - obwohl ihr vor wenigen Tagen noch das Vertrauen ausgesprochen worden war.

Stockholm (dpa) - Die mutmaßlich in den Danske-Skandal verwickelte Swedbank hat ihre Chefin Birgitte Bonnesen entlassen.

Die Entwicklungen der vergangenen Tage hätten einen enormen Druck auf die Bank erzeugt, weshalb entschieden worden sei, Bonnesen von ihrem Posten abzusetzen, teilte der Verwaltungsrat der schwedischen Bank mit.

Erst Ende vergangener Woche hatte der Rat ihr noch das Vertrauen ausgesprochen. Die Entwicklungen des vergangenen Tages seien dann aber zu viel gewesen, sagte der Ratsvorsitzende Lars Idermark. Das Vertrauen sei beschädigt worden.

Bonnesens Aufgaben übernimmt bis auf Weiteres Finanzchef Anders Karlsson. Der Verwaltungsrat sucht nach einem dauerhaften Nachfolger für die Dänin, die seit 2016 an der Spitze der Swedbank gestanden hatte.

Die schwedische Behörde für Wirtschaftskriminalität hatte ihre Voruntersuchungen gegen die Swedbank nach einer Razzia in der Bankenzentrale am Mittwoch auf den Verdacht des schweren Betrugs ausgeweitet.

Bislang hatte sie nur wegen Verdachts des unerlaubten Offenlegens von Insider-Informationen ermittelt. Der schwedische Rundfunksender SVT hatte im Februar Geldwäschevorwürfe gegen die Bank erhoben, die mit dem Skandal bei der dänischen Danske Bank in Estland zusammenhingen.

Der Aktienkurs der Bank rauschte daraufhin rapide in den Keller. Die Talfahrt setzte sich fort, woraufhin die Swedbank-Aktie vom Markt genommen wurde. Nachdem sie am Nachmittag wieder in den Handel kam, verlor sie weiter an Wert.

Die Swedbank ist nach eigenen Angaben die größte Bank in Schweden und im Baltikum. Dass den Aktionären auf der Jahreshauptversammlung der Bank am Donnerstag eine Dividende von 14,20 schwedischen Kronen (1,35 Euro) pro Aktie zugesprochen wurde, dürfte sie angesichts des Ärgers des Geldhauses kaum besänftigen. Dennoch entlasteten sie den Verwaltungsrat um Idermark auf der Versammlung - Bonnesen dagegen nicht.

Bonnesen sagte der Zeitung "Expressen", die vergangenen sechs Monate seien anstrengend gewesen. Alles werde sich aber klären.

Mitteilung Swedbank

Reaktion Bonnesen im Expressen

Informationen zur Jahreshauptversammlung

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