Starke Nachfrage

Chemiebranche erwartet bessere Geschäfte für 2017

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Deutschlands drittgrößter Industriezweig profitiert von der anziehenden Konjunktur und höheren Ölpreisen. Foto: Arne Dedert/Symbolbild

Hunderttausende Menschen arbeiten in Deutschlands Chemiebranche. Dort läuft es derzeit gut - der Konjunkturaufschwung beflügelt die Nachfrage nach chemischen Produkten. Die Zuversicht wächst von Quartal zu Quartal.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Chemiebranche erwartet nach einem starken ersten Halbjahr noch bessere Geschäfte für 2017. Erneut setzte der Branchenverband VCI seine Prognose für das laufende Jahr herauf.

"Wir erwarten auch für die zweite Jahreshälfte anhaltend gute Geschäfte im In- und Ausland", sagte VCI-Präsident Kurt Bock am Donnerstag in Frankfurt laut Mitteilung. Der Umsatz soll nun um 5 Prozent auf 194 Milliarden Euro steigen. Zuletzt hatte der VCI ein Plus von 3,5 Prozent vorausgesagt.

Deutschlands drittgrößter Industriezweig profitiert von der anziehenden Konjunktur und höheren Ölpreisen. Dank der starken Nachfrage können die Unternehmen höhere Rohstoffkosten an Kunden weitergeben.

Die Produktion soll in diesem Jahr um 1,5 Prozent zulegen. Im Mai hatte die chemisch-pharmazeutische Industrie noch ein Plus von 1 Prozent erwartet. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 5 Prozent auf 96,9 Milliarden Euro. Die Produktion legte um 1,5 Prozent zu.

Den Angaben zufolge rechnen die Unternehmen in allen für die Branche wichtigen Auslandsmärkten bis ins kommende Jahr hinein mit einem stabilen Wirtschaftswachstum. "Das gilt nicht nur für Europa, sondern auch für unseren wichtigsten Handelspartner, die USA", erklärte Bock. Mögliche negative Folgen des bevorstehenden Brexits zeigten sich bisher nicht in den Kennzahlen.

Die Zuversicht der Branche, die etwa 449 300 Mitarbeiter beschäftigt, spiegelt sich auch in den Investitionsplänen in Deutschland wider. Die Unternehmen wollten in diesem Jahr mit rund 7,5 Milliarden Euro mehr als jemals zuvor in Produktionsanlagen und Maschinen investieren, erklärte der Bock.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im September forderte der VCI-Präsident eine Bremse bei den Energiekosten, mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Bildung. Defizite sieht der Verband auch in der Infrastruktur. Die Substanz der Verkehrswege in Deutschland drohe zu erodieren, was für die transportintensive Chemie ein großes Problem darstellt, warnte Bock.

Die Chemiebranche hatte im vergangenen Jahr unter einer schwachen Nachfrage und fallenden Chemikalienpreisen gelitten. Sie ist als Lieferant für die Auto-, Bau- und Konsumgüterindustrie auch ein wichtiger Signalgeber für die Konjunktur.

VCI-Mitteilung 1. Halbjahr 2017

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