Zollstreit mit den USA

Chinas Außenhandel geht im Oktober erneut zurück

+
Ein Containerschiff in der ostchinesischen Provinz Shandong. Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat sich Chinas Außenhandel im Oktober erneut abgeschwächt. Foto: -/CHINATOPIX/AP/dpa

China und die USA machen Fortschritte bei ihren Handelsgesprächen. Doch vorerst belasten die bereits verhängten Zölle weiter. Der Handel beider Staaten brach im Oktober weiter ein.

Peking (dpa) - Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat sich Chinas Außenhandel im Oktober erneut abgeschwächt. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft fielen im Vergleich zum Oktober des Vorjahres um 0,9 Prozent auf 212,9 Milliarden US-Dollar (192,7 Mrd Euro).

Die Importe gingen um 6,4 Prozent auf 170,1 Milliarden US-Dollar zurück. Das teilte die Zollbehörde in Peking am Freitag mit. Beide Werte lagen allerdings über den Erwartungen von Analysten, die mit einem stärkeren Rückgang gerechnet hatten.

Besonders deutlich fiel erneut das Minus im Handel mit den USA aus. Chinas Ausfuhren nach Amerika brachen im Oktober um 16,2 Prozent ein. Die Einfuhren gingen um 14,3 Prozent zurück.

Die USA und China liefern sich seit mehr als einem Jahr einen Handelskrieg, der in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums geführt hat und die Weltkonjunktur bremst. Beide Seiten haben einander schrittweise mit immer neuen Strafzöllen überzogen, während parallel Gespräche über ein Handelsabkommen laufen. Ein neuer Termin und Ort für ein Treffen der beiden Präsidenten stehen noch nicht fest.

Im Oktober hatte US-Präsident Donald Trump die grundsätzliche Einigung auf ein Teilabkommen verkündet. Wann das Abkommen besiegelt wird, ist aber noch unklar. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wollten ursprünglich beim für November geplanten Asien-Pazifik-Gipfel zusammenkommen. Dieser wurde jedoch aufgrund von Unruhen in Chile abgesagt.

Die chinesische Regierung hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sich in den Verhandlungen weitere Fortschritte abgezeichnet hätten. Nach "ernsthaften und konstruktiven" Gesprächen zwischen führenden Regierungsvertretern beider Länder habe man sich darauf verständigt, nicht nur keine weiteren Zölle zu verhängen, sondern bestehenden Strafzölle bei Fortschritten in den Verhandlungen schrittweise zurückzunehmen.

Auslöser für den Handelskonflikt war ursprünglich die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Trump pochte auf eine Beseitigung von Marktschranken, kritisierte die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen. Später forderte der US-Präsident auch strukturelle Veränderungen in China.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

EIB schränkt Förderung fossiler Energien ein

Der Chef der Europäischen Investitionsbank (EIB), Werner Hoyer, bezeichnete sie einst als "letzten unentdeckten Schatz" der EU. Ende 2021 wird die milliardenschwere …
EIB schränkt Förderung fossiler Energien ein

Ex-BMW-Vorstand Duesmann wird der neue Chef von Audi

Er soll die vielen Probleme in Ingolstadt lösen: Der ehemalige BMW-Vorstand Markus Duesmann (50) ist zum neuen Audi-Chef berufen worden. 
Ex-BMW-Vorstand Duesmann wird der neue Chef von Audi

Ex-BMW Manager Duesmann wird Audi-Chef

Erst im Januar wurde Bram Schot offiziell zum Audi-Chef gekürt, jetzt sind seine Tage schon gezählt. Der Nachfolger kommt von der Konkurrenz in München und hat in …
Ex-BMW Manager Duesmann wird Audi-Chef

VW steckt weitere Milliarden in E-Autos und Digitalisierung

Im November steht bei VW die "Planungsrunde" an: Die Investitionen der nächsten fünf Jahre werden auf das Werksnetz weltweit verteilt. Nicht alle Standorte können sicher …
VW steckt weitere Milliarden in E-Autos und Digitalisierung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.