Aufstrebender Hersteller

Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen

+
Ein Händler des chinesischen Autoherstellers Great Wall in Perth, Australien. Foto: Tony Mcdonough/AAP/dpa

Dank der langen Geschichte ist Jeep ein wertvoller Teil des Fiat-Chrysler-Konzerns. Der chinesische Hersteller Great Wall hat nun offizielle Interesse an der Traditionsmarke bekundet. Bislang habe es aber noch keine Gespräche gegeben, teilten die Italiener mit.

Peking/London (dpa) - Der chinesische Autobauer Great Wall Motor will die Marke Jeep des italienisch-amerikanischen Fahrzeugherstellers Fiat Chrysler kaufen.

"Ja, wir sind interessiert", sagte Zhao Lijia, Sprecher der SUV-Sparte Haval von Great Wall, der Deutschen Presse-Agentur in Peking. "Wir erwägen gegenwärtig einen Kauf." Details könne er aber noch nicht nennen.

Laut Fiat Chrysler hat es noch keine Gespräche mit den Chinesen gegeben. In einem als "Reaktion auf Marktgerüchte" überschriebenen Statement erklärte der italienisch-amerikanische Autokonzern, dass Great Wall Motor bislang weder im Zusammenhang mit der Marke Jeep noch in sonstigen geschäftlichen Belangen Kontakt hergestellt habe.

Das US-Fachblatt "Automotive News" hatte die Börse bereits am vorvergangenen Freitag mit einem Bericht über ein angebliches Kaufangebot aus China in Aufruhr versetzt und dem Aktienkurs von Fiat Chrysler kräftig Auftrieb gegeben. Zu Wochenbeginn legte der Branchendienst nach und zitierte Great-Wall-Präsidentin Wang Fengying, man wolle nun Verhandlungen über einen Jeep-Kauf starten.

Zu Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gehören neben Jeep etliche weitere Marken - dazu zählen etwa Alfa Romeo, Ram Trucks oder Dodge. Der Konzern war 2014 durch die Übernahme des in der Finanzkrise in Not geratenen US-Schwergewichts Chrysler durch den italienischen Branchenriesen Fiat entstanden. Inzwischen hat die Gesellschaft ihren rechtlichen Sitz in Amsterdam und ihre Zentrale in London. Die Aktien sind in Mailand und New York gelistet.

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne zeigt sich schon länger offen für Fusionen und hatte bereits beim US-Marktführer General Motors (GM) für einen Zusammenschluss geworben - allerdings waren die Avancen auf wenig Gegenliebe gestoßen. Jeep ist eine der traditionsreichsten US-Automarken. Das 1941 gegründete Unternehmen sitzt in Toledo im US-Bundesstaat Ohio und ist für seine Geländewagen bekannt, die anfangs vor allem als Armeefahrzeuge zum Einsatz kamen.

Great Wall ist ein aufstrebender chinesischer Geländewagen-Hersteller, der auch weltweite Ambitionen hat. Beobachter halten es für gut möglich, dass der Konzern das nötige Geld für Jeep aufbringen könnte. Allerdings könnte ein Verkauf angesichts des Argwohns der Regierung von US-Präsident Donald Trump gegenüber wirtschaftlicher Einflussnahme Chinas in den Vereinigten Staaten auf politischen Widerstand treffen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Verdi streikt zum Primeday bei Amazon

Berlin/Bad Hersfeld (dpa) - Auch im sechsten Jahr des Arbeitskampfes beim Versandriesen Amazon nutzt die Gewerkschaft Verdi dessen werbeträchtigen Sonderverkaufstag für …
Verdi streikt zum Primeday bei Amazon

Lotsen kritisieren Airlines und Flugsicherung

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Fluglotsen wollen nicht für die zahlreichen Verspätungen und Flugausfälle in diesem Sommer verantwortlich gemacht werden.
Lotsen kritisieren Airlines und Flugsicherung

Dax-Anleger warten auf Ergebnisse des Trump-Putin-Gipfels

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist ohne große Bewegung in die neue Woche gestartet. Der deutsche Leitindex pendelte um seinen Schlusskurs vom Freitag und lag zuletzt …
Dax-Anleger warten auf Ergebnisse des Trump-Putin-Gipfels

Nichts mit schneller Lieferung? Bei Amazon wird am „Prime Day“ gestreikt

Beim „Prime Day“ will Amazon treue Kunden mit Rabatten bombardieren. Bei der Lieferung könnte es aber haken: An sechs deutschen Amazon-Standorten wird gestreikt.
Nichts mit schneller Lieferung? Bei Amazon wird am „Prime Day“ gestreikt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.