Viertes Quartal

Chip-Gigant Intel profitiert von Cloud-Boom

+
Neben guten Quartalszahlen gab der Konzern auch einen optimistischen Geschäftsausblick für 2020 ab. Foto: Christoph Dernbach/dpa

Intel hatte in den vergangenen Monaten mit einigen Problemen zu kämpfen. Umso erleichterter sind die Anleger über die jüngsten Ergebnisse des Chipkonzerns.

Santa Clara (dpa) - Das Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren sorgt beim Chip-Riesen Intel für starke Zahlen. Der Konzern übertraf die Erwartungen der Experten sowohl im vergangenen Quartal als auch mit den Prognosen.

Auch der Wechsel der Unternehmen auf neue Geräte wegen des Auslaufens der Unterstützung von Windows 7 sowie das Interesse an Fahrassistenzsystemen für Autos trugen dazu bei.

Im vierten Quartal kletterte der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um 33 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar (6,2 Mrd Euro), wie der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse wuchsen um acht Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar.

Damit wurden die Prognosen der Wall-Street-Analysten deutlich übertroffen. Die Aktie legte nachbörslich um fast sechs Prozent zu. Neben den Quartalszahlen kam bei Anlegern auch gut an, dass der Konzern einen optimistischen Geschäftsausblick für 2020 abgab. Intel stellte einen Jahresumsatz von 73,5 Milliarden Dollar in Aussicht, am Markt war mit weniger gerechnet worden.

Im Rechenzentren-Geschäft legte der Umsatz im vergangenen Quartal um 19 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zu. Da immer mehr Anwendungen in die Cloud wandern, ist der Hunger deren Betreiber nach Server-Chips groß. Intel muss in diesem Geschäft zugleich gegen Konkurrenz unter anderem vom Erzrivalen AMD antreten.

Bei PC-Chips gab es ein leichtes Umsatzplus von zwei Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Zugleich rechnen Branchenbeobachter damit, dass die Welle von Geräte-Upgrades, die von dem Umstieg auf Microsofts Windows 10 getrieben wurde, im angebrochenen Jahr weitgehend auslaufen wird.

Die Autosparte Mobileye, die unter anderem an Technik für Roboterautos arbeitet, steigerte den Umsatz um 31 Prozent auf 240 Millionen Dollar, noch dank dem aktuellen Geschäft mit auf Kameratechnik basierten Assistenzsystemen.

Intel hatte in den vergangenen Monaten mit einigen Problemen zu kämpfen. So verspätete sich die Produktion neuer Chips und bei einigen Prozessoren konnte der Konzern nicht genug liefern. Diese Schwierigkeiten halfen dem lange schwächelnden Rivalen AMD.

Im gesamten Jahr 2019 stieg der Intel-Umsatz um zwei Prozent auf 72 Milliarden Dollar. Der Gewinn stagnierte indes bei 21 Milliarden Dollar.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Europäer machen Druck bei Steuerreform für Digitalriesen

Viele der weltweit größten Konzerne zahlen nur wenig Steuern. Das ist vor allem den Top-Wirtschaftsnationen ein Dorn im Auge. Die Zeit für eine Änderung drängt, meinen …
Europäer machen Druck bei Steuerreform für Digitalriesen

Berlin sieht Mietendeckel als Vorbild für ganz Deutschland

Berlin friert als erstes Bundesland die Mieten für fünf Jahre ein. Regierungschef Müller glaubt, dass das Modell auch andernorts taugt. Aber noch hat die Sache einen …
Berlin sieht Mietendeckel als Vorbild für ganz Deutschland

Ryanair-Chef fordert strenge Sicherheitschecks für Muslime

London (dpa) - Der Chef der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair hat sich dafür ausgesprochen, muslimische Männer vor dem Abflug strengeren Sicherheitskontrollen zu …
Ryanair-Chef fordert strenge Sicherheitschecks für Muslime

Zero Sugar beflügelt Coca-Cola-Geschäft in Deutschland

Berlin (dpa) - Der Erfolg der kalorienfreien Coca-Cola Zero Sugar beflügelt das Geschäft des US-Getränkeriesen in Deutschland.
Zero Sugar beflügelt Coca-Cola-Geschäft in Deutschland

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.