Tiefes Bilanzloch

Commerzbank nimmt Verlust für raschen Stellenabbau in Kauf

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Die teilverstaatlichte Commerzbank hatte im Herbst angekündigt, bis zum Jahr 2020 insgesamt 9600 Vollzeitstellen streichen zu wollen. Foto: Marius Becker

Europas Banken stehen unter massivem Druck und bauen Zehntausende Stellen ab. Die Commerzbank kommt bei ihrem eigenen Abbauprogramm schneller voran als gedacht. Doch das hat Folgen für die Bilanz.

Frankfurt/Main (dpa) - Der schnell voranschreitende Abbau Tausender Stellen reißt ein tiefes Loch in die Bilanz der Commerzbank. Wegen Rückstellungen für Abfindungen und andere Kosten rechnet das Geldhaus im zweiten Quartal 2017 mit einem Verlust.

Auch im Tagesgeschäft sei es schlechter gelaufen als noch zu Jahresbeginn, teilte der Dax-Konzern mit. Genaue Zahlen blieb die Commerzbank aber schuldig. Das Geldhaus legt am 2. August seine Zwischenbilanz vor.

Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern seien weit fortgeschritten, erklärte die Bank. "Auf Basis des aktuellen Gesprächsstands ist die Commerzbank zuversichtlich, kurzfristig einen Rahmeninteressenausgleich und Rahmensozialplan abschließen zu können."

Das teilverstaatlichte Geldhaus hatte im Herbst angekündigt, bis zum Jahr 2020 insgesamt 9600 Vollzeitstellen streichen zu wollen. Etwa 1650 Stellen sind bis zum Ende des ersten Quartals bereits weggefallen. Aktuellere Zahlen waren auch auf Nachfrage nicht verfügbar. Zuletzt waren auf Vollzeitbasis rund 42 000 Menschen bei der Commerzbank beschäftigt.

Die Commerzbank leidet wie viele andere Banken unter den niedrigen Zinsen, die die Einnahmen schmälern. Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie faule Schiffskredite angesichts der Krise der Containerreedereien. Für das Gesamtjahr 2017 geht das Institut aber nach wie vor davon aus, Gewinn zu machen. Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank unter dem Strich 279 Millionen Euro verdient nach 1,084 Milliarden Euro im Jahr 2015.

Wegen des Stellenabbaus wird die Bank im zweiten Quartal Rückstellungen in Höhe von rund 810 Millionen Euro bilden - deutlich mehr als die zunächst erwarteten 550 Millionen Euro für das laufende Jahr. Mit den 810 Millionen Euro wäre allerdings der gesamte Aufwand zur Umsetzung des Personalabbaus abgedeckt, erklärte die Bank. "Eine weitere Rückstellung wäre insoweit nicht vorgesehen." Bislang hatte die Commerzbank nach eigenen Angaben für 2018 weitere 550 Millionen Euro veranschlagt.

Das klinge zunächst positiv, erklärte ein Aktienhändler. Allerdings scheine es bei der Bank operativ schlechter zu laufen als gedacht. Am frühen Nachmittag lag die Aktie ein Prozent im Minus.

adhoc-Mitteilung Commerzbank

Pressemitteilung Commerzbank

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